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Startseite Urgent Actions 2014 05 Paramilitaries threaten human rights activists
UA 112/14
Kolumbien
Abgeschlossen am 19. Juni 2014

Paramilitärs bedrohen Aktivist/Inn/en

AI-Index: AMR 23/017/2014

Ein Menschenrechtsverteidiger, GewerkschafterInnen und Umweltaktivisten sind im Department Santander im Nordosten Kolumbiens von Paramilitärs bedroht worden. Die Paramilitärs werfen ihnen vor, derzeit stattfindende Demonstrationen von Kleinbauern und -bäuerinnen organisiert zu haben, die ihrer Meinung nach von Guerillagruppen unterstützt werden.

Am 29. April wurde eine schriftliche Morddrohung an die Büros des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbandes Central Unitaria de Trabajadores (CUT) in Bucaramanga, der Hauptstadt des Departments Santander, geschickt. Die Drohung trug die Unterschrift einer paramilitärischen Einheit, die sich selbst als Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens – Los Rastrojos – Los Urabeños-Kommando (Autodefensas Unidas de Colombia – Los Rastrojos – Comando Los Urabeños) identifiziert.

In der Morddrohung wurden Leonardo Jaimes, ein Menschenrechtsanwalt und Mitglied des Komitees der Solidarität mit politischen Gefangenen (Comité de Solidaridad con los Presos Políticos, CSPP), die GewerkschafterInnen Martha Díaz und David Flórez sowie die Umweltaktivisten Diego Riaño und Jimmy Moreno zu «militärischen Zielen» erklärt. Die Paramilitärs werfen ihnen vor, Demonstrationen von Kleinbauern und –bäuerinnen organisiert zu haben, die ihrer Ansicht nach von Guerillagruppen unterstützt werden. Seit dem 28. April findet ein nationaler Streik von Kleinbauerngemeinschaften statt.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

MenschenrechtsverteidigerInnen und andere, die sich gegen die Straflosigkeit von Mitgliedern der Sicherheitskräfte und Paramilitärs in Kolumbien einsetzen, sind von diesen wiederholt als UmstürzlerInnen bezeichnet worden. Sicherheitskräfte und Paramilitärs haben im Anschluss an solche Vorwürfe oft schwere Menschenrechtsverletzungen begangen. MenschenrechtsanwältInnen, die Personen verteidigen, welche der Subversion angeklagt werden, werden von den Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppierungen häufig selbst als subversiv bezeichnet. Solche Anschuldigungen werden oft von Morddrohungen oder anderen schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet oder ziehen diese nach sich.

Das CSPP wurde 1973 gegründet und arbeitet zu Menschenrechtsfragen in mehreren Regionen Kolumbiens. Mitglieder des CSPP sind wiederholt bedroht worden.

GewerkschafterInnen sind im Rahmen von Arbeitsstreitigkeiten ebenfalls zur Zielscheibe von Morddrohungen und schweren Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte oder Paramilitärs geworden, ebenso wie UmweltaktivistInnen. Guerillagruppen sind zudem auch für Morddrohungen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen gegen AktivistInnen verantwortlich, die ihrer Ansicht nach ihre Interessen gefährden oder mit ihren Feinden zusammenarbeiten.

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