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Startseite Urgent Actions 2013 09 Sudanese lawyer held incommunicado
UA 269/13
Sudan
Abgeschlossen am 11. November 2013

Menschenrechtsaktivist in Foltergefahr

AI-Index: AFR 54/022/2013

Der Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Magdi Saleem befindet sich an einem unbekannten Ort ohne Anklage in Haft. Er wurde am 24. September von Angehörigen des sudanesischen Geheimdienstes NSS festgenommen. Magdi Saleem hatte gegen die Regierung demonstriert und mit friedlichen Mitteln sein Recht auf Versammlungsfreiheit wahrgenommen. Der Anwalt wird ohne Kontakt zur Aussenwelt festgehalten und ist in Gefahr, gefoltert oder misshandelt zu werden.

Magdi Saleem ist 67 Jahre alt, arbeitet als Rechtsanwalt und setzt sich für die Menschenrechte ein. Er wurde am 24. September festgenommen, nachdem er an einer Demonstration gegen die steigenden Lebenshaltungskosten im Sudan teilgenommen hatte. Laut einer Quelle wurde er zunächst in der Hafteinrichtung Al Sariya südwestlich von Wad Medani festgehalten, seine Ehefrau erhielt jedoch später eine Mitteilung, er sei an einen unbekannten Ort verlegt worden.

Bislang ist keine Anklage gegen Magdi Saleem erhoben worden. Seine Familie durfte ihn nicht besuchen, als er sich in der Hafteinrichtung Al Sariya befand. Magdi Saleem leidet an Diabetes, es ist allerdings nicht bekannt, ob er die benötigten Medikamente erhält. Auch sein Haftort ist nicht bekannt. Amnesty International befürchtet deshalb, dass er gefoltert oder misshandelt werden könnte. Er war schon einmal zuvor wegen seiner Menschenrechtsarbeit ohne Anklage in Haft gehalten worden – im Jahr 1990, als er sechs Monate im Kober-Gefängnis in Khartum festgehalten wurde. Amnesty International betrachtet Magdi Saleem als gewaltlosen politischen Gefangenen, der allein aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Versammlungsfreiheit in Haft gehalten wird.

Magdi Saleem ist einer von hundert AktivistInnen und Demonstrierenden, die während der jüngsten Proteste im Sudan von Sicherheitskräften festgenommen worden sind. Amnesty International befürchtet, dass alle Gefangenen, die keinen Kontakt zur Aussenwelt haben, gefoltert oder anderweitig misshandelt werden könnten.

Hintergrundinformationen

Nach der Ankündigung der Regierung, dass Subventionen für Treibstoff aufgehoben werden würden, finden seit dem 23. September im ganzen Land Proteste statt. Berichten zufolge haben Angehörige der Polizei und des Geheimdienstes NISS hunderte AktivistInnen und Demonstrierende festgenommen, darunter auch Mitglieder von Oppositionsparteien und Studierende. Die Sicherheitskräfte sollen mindestens 50 Protestierende durch Schüsse in den Kopf oder die Brust getötet haben. Die AktivistInnen gehen noch von weit mehr Getöteten aus. Schulen und Regierungseinrichtungen sind geschlossen worden, und am 25. September soll der Internetzugang mehrere Stunden lang unterbrochen worden sein.

Bereits im Juni 2012 hat Amnesty International Fälle dokumentiert, bei denen die sudanesischen Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit regierungskritischen Demonstrationen AktivistInnen, Protestierende und vermeintliche RegierungsgegnerInnen über lange Zeiträume ohne Kontakt zur Aussenwelt festhielten, folterten oder auf andere Weise misshandelten.

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