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Startseite Urgent Actions 2013 09 Do not let Herman Wallace die in prison
UA 257/13
USA (Louisiana)
Abgeschlossen am 9. Oktober 2013

Freilassung eines Todkranken aus humanitären Gründen!

AI-Index: AMR 51/063/2013

Der 71-jährige Herman Wallace ist im US-Bundesstaat Louisiana inhaftiert. Er hat Leberkrebs und nur noch wenige Wochen zu leben. Wenn der Gouverneur von Louisiana ihn nicht aus humanitären Gründen freilässt, muss er im Gefängnis sterben.

Herman Wallace wurde 1972 in einem mit Verfahrensfehlern behafteten Prozess, der mit Fehlverhalten der Staatsanwaltschaft einherging, von einer nur aus Weissen bestehenden Jury des Mordes an einem Gefängniswärter für schuldig befunden. Der Schuldspruch beruhte hauptsächlich auf der Aussage eines Häftlings, der von der Anklagebehörde mit verschiedenen Versprechen, darunter die Aussicht auf eine Begnadigung, zu einer Aussage gebracht worden war. Es lagen keine Sachbeweise für die Schuld von Herman Wallace vor, und Beweise, die ihn möglicherweise entlastet hätten, gingen bei den Behörden ‚verloren’. Herman Wallace hat stets alle Schuld an dem Mord von sich gewiesen. Seiner Ansicht nach geriet er wegen seines politischen Engagements als Mitglied der Black-Panther-Partei ins Visier der Behörden.

Nach der Tötung des Gefängniswärters wurde Herman Wallace in Einzelhaft in eine kleine, karge Zelle verlegt, in der er sich 23 Stunden am Tag aufhalten musste und die er nur für jeweils eine Stunde zum Waschen und Sporttreiben verlassen durfte. Auch der Zugang zu Bildung, Arbeit und Rehabilitationsprogrammen wurde ihm verwehrt. Herman Wallace wurde mehr als 41 Jahre lang unter diesen Bedingungen festgehalten, ohne jemals eine wirksame Überprüfung seiner Verurteilung zu erreichen.

Bereits vor der Krebsdiagnose haben die Haftbedingungen die körperliche und geistige Gesundheit von Herman Wallace beeinträchtigt. 2007 entschied ein Bundesrichter, dass die Haftbedingungen von Herman Wallace dem Entzug der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse gleichkommen und dass die Gefängnisbehörden hätten wissen müssen, dass derartige Bedingungen die körperliche und psychische Verfassung von Inhaftierten ernsthaft schädigen können.

Nach der Krebsdiagnose wurde Herman Wallace im Juni 2013 aus der Einzelhaft in einen Schlafsaal des Gefängniskrankenhauses verlegt. Seine Rechtsbeistände geben an, dass er sowohl vor als auch nach seiner Diagnose nur unzulänglich medizinisch versorgt wurde, beispielsweise indem ihm eine potenziell lebensrettende Chemotherapie lange verweigert wurde. Die Behandlung der Krebserkrankung von Herman Wallace ist mittlerweile eingestellt worden. Sein Zustand verschlechtert sich zusehends, und er muss die meiste Zeit im Bett liegen. Das Gesuch von Herman Wallace auf Haftentlassung wurde am 13. September durch einen Richterbeschluss abgelehnt. Herman Wallace hat dagegen Rechtsmittel eingelegt, über die in vier Wochen entschieden wird. Bis dahin könnte es jedoch zu spät sein. Ein Antrag auf Freilassung gegen Kaution in Erwartung einer Entscheidung über die Rechtsmittel wurde ebenfalls abgelehnt. Herman Wallace kann dem Tod im Gefängnis nur entgehen, wenn er aus humanitären Gründen aus der Haft entlassen wird. Amnesty International ist der Ansicht, dass Gouverneur Jindal Herman Wallace unverzüglich aus dem Gefängnis entlassen sollte, um ihm zu ermöglichen, im Kreis seiner Familie und Freunde zu sterben.

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