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UA 250/13
Mexiko
Abgeschlossen am 28. Oktober 2013

Einbruch in Menschenrechtszentrum

AI-Index: AMR 41/059/2013

Am 8. September wurden bei einem Einbruch in die Büroräume eines Menschenrechtszentrums im mexikanischen Bundesstaat Coahuila vertrauliche Informationen gestohlen. Den MitarbeiterInnen des Zentrums könnten weitere Schikanierungen drohen.

Am 8. September brachen Unbekannte in die Büroräume des Menschenrechtszentrums „Centro de Derechos Humanos Juan Gerardi A.C.“ in Torreón im nördlichen Bundesstaat Coahuila ein. Zwei Computer, die wichtige Informationen enthielten, wurden dabei gestohlen. Ein neuer, noch verpackter Computer sowie eine Stereoanlage und ein Drucker wurden jedoch nicht mitgenommen. Daher gehen die MitarbeiterInnen des Zentrums davon aus, dass es sich bei dem Einbruch nicht um einen einfachen Diebstahl handelt, sondern darum, sie einzuschüchtern und sich Zugang zu vertraulichen Informationen zu verschaffen. Aktenordner, die sensible Daten über Fälle von „Verschwindenlassen“ und Entführungen enthalten, sind durchwühlt worden. Weitere Unterlagen, wie Fotos von MigrantInnen, digitalisierte Abschiebedokumente und persönliche Daten der MitarbeiterInnen des Zentrums wurden ebenfalls als entwendet gemeldet. Daraufhin ist beim Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Coahuila (Procuraduría General de Justicia del Estado de Coahuila - PGJE) eine formelle Beschwerde eingereicht worden.

Im Februar 2012 durchsuchten Angehörige der Streitkräfte und der Polizei die Büroräume des „Centro de Derechos Humanos Juan Gerardi A.C.“. Trotz Beweisen, dass das Militär beteiligt gewesen war, leugneten die Militärbehörden die Beteiligung von SoldatInnen und stellten die Untersuchungen ein. Es liegen keine Informationen über die Ergebnisse der Ermittlungen der zivilen Behörden vor, die aufgrund der von der Menschenrechtsorganisation eingereichten Beschwerde eingeleitet wurden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Das „Centro de Derechos Humanos Juan Gerardi“ ist eine Menschenrechtsorganisation, die in einer katholischen Kirche untergebracht ist und enge Verbindungen zu der katholischen Gemeinde unterhält. Das Zentrum bietet Opfern von Menschenrechtsverletzungen Unterstützung an. Dabei agiert es unabhängig von der Glaubensrichtung der Betroffenen und kümmert sich unter anderem um Frauen, MigrantInnen und Angehörige von „verschwundenen“ oder verschleppten Menschen. Torreón ist eine der am meisten von den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenkartellen betroffenen mexikanischen Städte. Aus diesem Grund sind dort sehr viele Sicherheits- und Streitkräfte stationiert, und es sind zahlreiche Tötungen, Entführungen, Inhaftierungen und Razzien zu verzeichnen. Opfer von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen finden kaum Unterstützung. Angesichts der unsicheren Lage und der herrschenden Gewalt nimmt das Menschenrechtszentrum eine wichtige Funktion ein; seinen MitarbeiterInnen drohen dadurch jedoch Vergeltungsmassnahmen.

 

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