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Startseite Urgent Actions 2013 09 Activist tortured in police cell
UA 246/13
Venezuela
Abgeschlossen am 25. Oktober 2013

Menschenrechtsverteidiger in Haft gefoltert

AI-Index: AMR 53/014/2013 ISSUE

Der Menschenrechtsverteidiger Luis Rafael Escobar Ugas wurde im März wegen der Teilnahme an einer Demonstration inhaftiert. Er ist in der Haft gefoltert und bedroht worden. Trotz seines schlechten Gesundheitszustands erhält er nicht die dringend benötigte medizinische Versorgung.

Am 19. März wurde Luis Rafael Escobar Ugas von PolizeibeamtInnen in Barcelona, der Hauptstadt des venezolanischen Bundesstaates Anzoátegui, festgenommen. Er hatte dort gemeinsam mit einer Gruppe von EinwohnerInnen für angemessene Unterkünfte protestiert. Nach seiner Festnahme brachte man den Menschenrechtsaktivisten zum örtlichen Polizeipräsidium. Während der ersten Nacht in Haft wurde er von PolizistInnen aus seiner Zelle geholt, an seinen Handgelenken aufgehängt und geschlagen. Am nächsten Tag brachte man Luis Rafael Escobar Ugas vor einen Richter in Barcelona, der ihn des Widerstands gegen die Staatsgewalt (resistencia a la autoridad) und der Besitzstörung (pertubación pacífica a la posesión) anklagte. Der Richter entschied weiterhin, dass er bis zu seiner Verhandlung inhaftiert bleibt. Luis Rafael Escobar Ugas hat eine Beschwerde eingereicht, in der er seine Folterung genau beschreibt.

Luis Rafael Escobar Ugas befindet sich in einer Zelle des Polizeipräsidiums in Peñalver im Bundesstaat Anzoátegui. Er leidet unter akuter Dermatitis und einer Infektion, die das Urinieren beeinträchtigt. Personen, die ihn besucht haben, beschrieben die Zellen des Polizeipräsidiums als überfüllt. Luis Rafael Escobar Ugas erklärte, dass er im Juli bei einem Messerangriff durch einen Mithäftling eine Wunde am Arm davongetragen habe. Er befindet sich auch weiterhin in Gefahr, gefoltert oder anderweitig misshandelt zu werden.

Luis Rafael Escobar Ugas deckt Fälle von Folter und Erpressung durch örtliche PolizeibeamtInnen auf und setzt sich für soziale Rechte, wie das Recht auf Wohnen, ein. Er ist wegen seines Engagements bereits mehrfach zum Opfer von Menschenrechtsverletzungen geworden. 1996 haben ihn Angehörige der Sicherheitskräfte entführt und mehrere Tage lang gefoltert. Nach seiner Freilassung verliess er aus Angst um seine Sicherheit das Land. Nachdem er nach Venezuela zurückgekehrt war, entführten und folterten mehrere bewaffnete Männer ihn erneut – allem Anschein nach wegen seiner Menschenrechtsarbeit. Im November 2010 wurde er dann ein weiteres Mal Opfer einer Entführung. Mehrere Männer, bei denen es sich ihm zufolge um Polizisten handelte, hielten ihn einige Stunden fest und fügten ihm mit Zigaretten Brandwunden zu. Eine Woche später nahm man den Menschenrechtler fest, als er vor dem Gerichtsgebäude in Barcelona an einer Demonstration gegen die herrschenden Bedingungen in Haft und die Verzögerungen innerhalb des Strafjustizsystems teilnahm. Er wurde später ohne Anklage wieder freigelassen.

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