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Startseite Urgent Actions 2013 07 LGBTI activists at risk Anti-LBGTI march threatens more violence
FI 186/13-2
Haiti
Abgeschlossen am 6. August 2013

Aufruf zu weiterer Anti-LGBTI-Demonstration

AI-Index: AMR 36/016/2013

Religiöse Gruppen haben für den Dienstag 6. August in der Stadt Les Cayes zu einer weiteren Demonstration gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle (LGBTI) aufgerufen. Seit dem 19. Juli haben in Haiti bereits zwei Protestveranstaltungen gegen Homosexuelle stattgefunden.

Hintergrundinformationen

Kouraj (Haitianisches Kreolisch für „courage“ - Mut) wurde 2009 unter dem Namen „Amis-Amis“ (Freunde-Freunde) gegründet und im Dezember 2011 in Kouraj umbenannt. Es handelt sich um AktivistInnen, „die sich für die Förderung der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT)“ (auf haitianischem Kreolisch bekannt als M for Masisi, Madivin, Makomer oder Mix) auf Haiti einsetzen und ein öffentliches Bewusstsein für die Diskriminierung und die Stigmatisierung ihrer Gemeinschaft schaffen wollen. AktivistInnen von Kouraj berichteten Amnesty International, wie sich die Situation von LGBTI-Menschen seit dem Erdbeben am 12. Januar 2010 verschlechtert hat, besonders dadurch, dass viele religiöse Gruppen aus Nordamerika nach Haiti gekommen sind. Viele dieser religiösen Gruppen nennen Homosexualität auf Haiti als einen der Gründe für das Erdbeben und den Ursprung der Probleme des Landes

Nach dem Erdbeben im Jahre 2010 wurden 2,3 Millionen HaitianerInnen obdachlos und hatten keine andere Alternative, als sich selber Unterkünfte zu errichten, wo sie nur konnten. Laut Kouraj waren LGBTI oder Personen, die als solche betrachtet wurden, in den Flüchtlingslagern oft Opfer von Diskriminierung. Viele Flüchtlinge mussten sogar an Orte fliehen, in denen sie noch mehr gefährdet waren.

Nach dem Aufruf vom 26. Juni zu der Demonstration am 19. Juli erhielten Kouraj-AktivistInnen Drohungen per Telefon, über Facebook und in ihrem Büro in Port-au-Prince. Sie beschlossen, das Büro aufgrund der Drohungen zu schliessen. Einige der Drohungen richten sich gegen Charlot Jeudy, den Vorsitzenden von Kouraj. Eine der Aussagen auf den Flugblättern, die in den Räumlichkeiten der Organisation hinterlassen wurden, lautete „Wenn Charlot nicht den Mund hält, werden wir dafür sorgen, dass er still bleibt“ (si Charlot ne ferme pas sa gueule, on va lui fermer“ [sic]).

Demonstrierende, angeführt von ReligionsvertreterInnen, protestierten am 19. Juli gegen die Verabschiedung eines Gesetzes, das die gleichgeschlechtliche Ehe in Haiti bewilligt, obwohl es in dem Land ein derartiges Vorhaben gar nicht gibt. Ein Korrespondent von Radio France Internationale berichtete, während des Protestzugs verbal von Demonstrierenden bedroht worden zu sein, als er über das Ereignis berichtete.

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