Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2013 07 Escalation in homophobic attacks
UA 176/13
Mazedonien
Abgeschlossen am 23. August 2013

Eskalation von homophoben Angriffen

AI-Index: EUR 65/004/2013

Eine Reihe von homophoben Angriffen in Mazedonien im Juni und Juli hat ernste Sorge um die Sicherheit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen (LGBTI-Menschen) sowie LGBTI-Organisationen ausgelöst. Während der Gay-Pride-Woche griffen rund 30 Menschen das LGBTI-Zentrum in der Hauptstadt Skopje an. Am 5. Juli versuchten Unbekannte, das Zentrum in Brand zu setzen.

Im Laufe der letzten Jahre waren LGBTI-Menschen und ihre Räumlichkeiten in Mazedonien wiederholt homophoben Angriffen ausgesetzt, so auch im Juni und Juli diesen Jahres.

Am 22. Juni, während der Gay-Pride-Woche in Skopje, griffen über 30 Menschen das Zentrum zur Unterstützung von LGBTI-Menschen an, in dem 40 LGBTI-AktivistInnen eine Filmvorführung anschauten. Die Menge rief homophobe Parolen, bedrohte die AktivistInnen in dem Zentrum und warf Steine, Flaschen und Ziegelsteine auf das Gebäude. Anschliessend erhielt einer der Organisatoren der Veranstaltung und Mitglied der NGO „LGBT United Macedonia“ mehrere Morddrohungen über Facebook. Am 25. Juni versammelten sich mehrere Menschen vor dem Haus von Petar Stojkovikj, einem offen homosexuellen Schauspieler und Aktivisten. Sie warfen mit Steinen und riefen homophobe Beschimpfungen und Drohungen, während sich Petar Stojkovikj und sein Lebensgefährte im Haus befanden. Am 5. Juli fand ein Brandanschlag gegen das LGBTI-Zentrum statt. Die Polizei fand Berichten zufolge Hinweise darauf, dass Dachziegeln entfernt und Benzin über die Dachbalken geschüttet worden war. Diese wurden anschliessend in Brand gesteckt.

Diese jüngsten Vorfälle reihen sich in häufige verbale Angriffe gegen die LGBTI-Gemeinschaft seitens der Medien, RegierungsbeamtInnen sowie nichtstaatlicher Akteure ein. Sie unterstreichen die Dringlichkeit gesetzlicher Bestimmungen zum Schutz vor jeglicher Form von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität. Im mazedonischen Antidiskriminierungsgesetz fehlt ein Verbot der Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung. Trotz nationaler und internationaler Kritik, unter anderem auch durch die EU und UN-Vertragsorgane, lehnt die Regierung es bislang ab, das Gesetz zu ändern. NGOs vor Ort haben damit begonnen einen Gesetzentwurf zum Schutz vor Hassverbrechen gegen die LGBTI-Bevölkerung auszuarbeiten. Die Regierung sollte diese Initiative aufgreifen und angemessene Schritte einleiten, um homophobe und transphobe Hassverbrechen einzudämmen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Bisherige Angriffe:
Maskierte Täter bewarfen am 24. Oktober das Büro des neu gegründeten LBGTI-Zentrums in Skopje mit Steinen. Im März 2013 wurde das Gebäude während einer Demonstration erneut mit Steinen beworfen.
Ein Angriff gegen zwei LGBTI-AktivistInnen, die sich am 17. November 2012 auf die Demonstration zum „Tolerance Day“ vorbereiteten.
Ein tätlicher Angriff gegen AktivistInnen der NGO „LGBT United in Bitola" am 20. April 2013, gefolgt von weiteren Drohungen über soziale Medien.
Der Minister für Arbeit und Soziales, der für die Gewährleistung des Schutzes vor Diskriminierung verantwortlich ist, spricht sich bei einer UNICEF-Konferenz im Oktober 2012 im nationalen Fernsehen und auf seiner Facebook-Seite gegen die Gleichstellung der Ehe für LGBTI-Menschen aus. Die Konferenz wurde übertragen.
Präsident Gruevski kritisiert im Oktober 2012 öffentlich die Forderung nach der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der herkömmlichen Ehe und bringt die sinkenden Geburtenraten mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Verbindung.
Die Veröffentlichung der Namen mutmasslich homosexueller JournalistInnen in der Tageszeitung Vecer, und die damit einhergehende Gefährdung ihrer Karriere und ihres Lebens. Die Namen wurden in einem am 1. Februar 2013 veröffentlichten Artikel mit der Überschrift „Gibt es Homosexuelle unter Journalisten?“ aufgeführt.

11 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 176/13 english
Microsoft Word Document, 58.5 kB
UA 176/13 deutsch
Microsoft Word Document, 61.5 kB
UA 176/13 français
Microsoft Word Document, 63.0 kB
Mehr zum Thema

LGBTI

Jeder Mensch hat die gleichen Rechte – doch trotzdem werden Homosexuelle in vielen Ländern bedroht, ins Gefängnis gesteckt oder gar zur Hinrichtung verurteilt. Mehr