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Startseite Urgent Actions 2013 05 Two men on trial for "unnatural" sex Zambian court to rule on «unatural sex» case
FI 124/13-1
Sambia
Abgeschlossen am 25. Februar 2014

Vor Gericht wegen Homosexualität

AI-Index: AFR 63/001/2014

In Sambia stehen zwei junge Männer vor Gericht, weil sie «entgegen der natürlichen Ordnung» eine sexuelle Beziehung unterhalten haben sollen. Die Urteilsverkündung wird für den 25. Februar erwartet. Falls sie schuldig gesprochen werden, drohen ihnen Haftstrafen von mindestens 14 Jahren.

Am 6. Mai 2013 nahmen Polizeikräfte die beiden damals 21-Jährigen Philip Mubiana und James Mwape in der Ortschaft Ndeke im Bezirk Kapiri Mposhi der sambischen Zentralprovinz fest. Es war das zweite Mal, dass Philip Mubiana und James Mwape unter dem Vorwurf der Homosexualität inhaftiert wurden. Homosexualität stellt im sambischen Strafgesetzbuch eine Straftat dar. Die erste Festnahme der beiden Männer erfolgte am 25. April 2013. Damals wurden sie bis zum 2. Mai in der Polizeistation von Kapiri Mposhi festgehalten und dann gegen Kaution freigelassen. Beide Männer weisen die Anklagen von sich. Das Gericht wird voraussichtlich am 25. Februar das Urteil verkünden.

Seit ihrer zweiten Festnahme mussten beide Männer sich Untersuchungen im Analbereich unterziehen, die von staatlichen Ärzten ohne ihre Einwilligung vorgenommen wurden. Die beiden werden derzeit im Untersuchungsgefängnis Mpima in Kabwe, der Hauptstadt der Zentralprovinz, festgehalten. Zuletzt sind sie am 24. Januar vor Gericht erschienen. Ihnen wird vorgeworfen, unter Verstoss gegen Abschnitt 155 des sambischen Strafgesetzbuches „entgegen der natürlichen Ordnung“ eine sexuelle Beziehung unterhalten zu haben. Am 24. Januar machte auch der letzte Belastungszeuge seine Aussage. Philip Mubiana und James Mwape plädieren auf „nicht schuldig“. Sie befinden sich seit nunmehr neun Monaten in Haft. Berichten zufolge leiden sie unter den Umständen und Belastungen der Haft.

Gegen den Willen der Betroffenen durchgeführte Untersuchungen im Analbereich verstossen gegen das im Völkerrecht festgeschriebene absolute Verbot der Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlungen oder Strafen. Derartige Untersuchungen sind als schwere Verletzung der Privatsphäre und als Misshandlung zu betrachten, sie sind äusserst erniedrigend und werden aus Gründen der Diskriminierung vorgenommen. Darüber hinaus kann anhand forensischer analer Untersuchungen in keiner Weise nachgewiesen werden, ob einvernehmlicher Analsex stattgefunden hat.

Zum Schutz der Betroffenen sollten in Aktionen zu diesem Fall keine Andeutungen oder Anmerkungen zu der sexuellen Orientierung der beiden Männer gemacht werden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Bitte stellen Sie sicher, Philip Mubiana und James Mwape in Ihren Schreiben nicht als homosexuell zu bezeichnen, da sie dadurch in Sambia einem noch grösseren Risiko ausgesetzt würden und in ihrem Gerichtsverfahren negative Folgen zu befürchten hätten.

Die Festnahme einer Person aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität kommt einer diskriminierenden Handlung gleich und verstösst unter anderem gegen ihre Rechte auf Nichtdiskriminierung, Gleichheit vor dem Gesetz, freie Meinungsäusserung und Privatsphäre. Gesetze, die einvernehmliche homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen oder bestimmte Geschlechtsidentitäten unter Strafe stellen, kriminalisieren auch die legitime Wahrnehmung dieser Rechte, welche jedoch in zahlreichen von Sambia ratifizierten Verträgen geschützt sind.

10 Briefe verschickt  
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