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Startseite Urgent Actions 2013 04 Peasant farmer killed after threats
UA 103/13
Kolumbien
Abgeschlossen am 31. Mai 2013
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Faxprobleme

Hinsichtlich der Schwierigkeiten mit dem Senden von Faxen nach Kolumbien können wir nur empfehlen, es immer und immer wieder zu versuchen, möglichst zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Faxe irgendwann versendet werden können. Oft hilft es, wenn man auf die kolumbianischen Bürozeiten achtet.

Landrechtsaktivist erschossen, Drohungen von Paramilitärs

AI-Index: AMR 23/017/2013

Bewaffnete, aller Wahrscheinlichkeit nach Paramilitärs, haben einen Landrechtsaktivisten in Nordkolumbien erschossen und drohen nun den Angehörigen kleinbäuerlicher Gemeinschaften mit dem Tod, die versuchen ihre Landrechte geltend zu machen.

Landrechtsaktivist und Mitglied des Landarbeiterverbands (Asociacíon Trabajadores del Campo - ASOTRACAMPO), Narciso Enrique Tehrán Mejía, ist am 12. April bei sich zu Hause in El Tamarindo erschossen worden. Laut Angaben der Polizei wurde er mit einer Pistole mit Schalldämpfer getötet. Sein Vater Narciso Tehrán Maldonado ist Vize-Präsident von ASOTRACAMPO. Der Verband vertritt über 130 Familien, die seit 2001 friedlich einen Teil der Farm El Tamarindo besetzen.

Die in El Tamarindo lebenden Kleinbauernfamilien haben mehrfach Morddrohungen von paramilitärischen Gruppen in diesem Gebiet erhalten. Bei dem Versuch, einen Räumungsbefehl zur Vertreibung von Kleinbauerngemeinschaften am 28. Januar 2012 durchzusetzen, setzten die lokalen Zivilbehörden Sicherheitskräfte ein. Grundlage der Räumungsbefehle waren wirtschaftliche Interessen. Ein Unternehmen erhob Besitzansprüche auf das Grundstück. Lokale Paramilitärs bedrohten die Kleinbauerngemeinschaften während des Räumungsversuches; dieser blieb jedoch erfolglos.

Ein Paramilitär drohte einem Kleinbauern von El Tamarindo am 9. April, er solle das Gebiet verlassen: „Du wirst diesen Ort verlassen, ob du willst oder nicht. Dieses Land hat einen Besitzer.“ (Saldrán de aquí a las buenas o a las malas, estas tierras tienen su dueño).

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Etwa 135 Familien, die gewaltsam aus ihrem Zuhause in den Gemeinden Córdoba, Magdalena und Cesar vertrieben worden waren, besetzten 2001 120 Hektar der verlassenen Farm El Tamarindo im Department Atlántico. 2007 verkündeten die Behörden des Departamentos, dass eine Freihandelszone in einem Gebiet errichtet würde, das auch die Farm El Tamarindo einschliesst. 2008 leitete ein lokales Unternehmen rechtliche Verfahren zur Beanspruchung des Landes ein.

Im Laufe des schon seit Jahrzehnten währenden bewaffneten Konflikts sind Millionen Hektar Land geraubt worden. Dies geschah häufig unter Einsatz von Gewalt gegen die rechtmässigen EigentümerInnen, insbesondere indigene, afrokolumbianische und Kleinbauerngemeinschaften. Die verschiedenen Konfliktparteien – Guerillagruppen sowie Paramilitärs und Sicherheitskräfte, die entweder allein oder im Einvernehmen miteinander handeln – haben mehr als fünf Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben.

SprecherInnen der vertriebenen Gemeinschaften und Menschen, die sich für die Rückgabe des gestohlenen Landes einsetzen, werden bedroht und getötet, insbesondere seit das Gesetz 1448 (Opfer und Landrückgabegesetz) im Juni 2011 verabschiedet wurde und Anfang 2012 in Kraft trat. Dieses Gesetz erkennt das Bestehen eines bewaffneten Konflikts im Land an und auch das Recht der Opfer. Es stellt vielen Überlebenden von Menschenrechtsverletzungen, auch denen, die von Angehörigen der Behörden begangen wurden, Entschädigungen bereit. Doch viele andere Betroffene des Konflikts werden von Entschädigungsforderungen ausgenommen, obwohl bedeutende Grössen gestohlenen Landes vielleicht nicht an die rechtmässigen EigentümerInnen zurückgegeben werden. Es fehlt auch an Schutzmassnahmen für diejenigen, die ihr Land zurückerhalten haben. Sie sollten nicht gezwungen werden, die Kontrolle über dieses Land erneut denjenigen zu übergeben, die sie zuvor vertrieben haben. Im vergangenen Jahr sind viele, die für die Rückgabe von Land eintreten, bedroht oder getötet worden. Dies könnte die Umsetzung des Gesetzes beeinträchtigen.

Am 9. April 2013, nur wenige Tage vor dem Mord in El Tamarindo, wurde Elver Cordero Oviedo vom Runden Tisch der Betroffenen von Valencia im Departmet Córdoba in Valencia getötet. Er war auf dem Weg zu einem lokalen Friedensmarsch, als ihn zwei Männer auf Motorrädern erschossen.

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