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Startseite Urgent Actions 2013 04 Hundreds of families risk forced eviction
UA 099/13
Haiti
Abgeschlossen am 30. Mai 2013

Hunderten Familien droht Zwangsräumung

AI-Index: AMR 36/009/2013

Hunderten Familien, die bei dem Erdbeben 2010 ihr Zuhause verloren hatten, droht die Vertreibung aus ihrem Notlager in Christ-Roi in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

Ein Mann, der geltend macht, der Grundstückseigentümer des Lagers „Christopher Camp“ zu sein, kam am 23. April zusammen mit einem Friedensrichter und mehreren PolizeibeamtInnen in das Notlager in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Der Friedensrichter händigte den BewohnerInnen ein Dokument aus, das die Räumung des Grundstücks binnen zwei Tagen fordert. Den BewohnerInnen wurde nie die Möglichkeit gegeben, vor Gericht vernommen zu werden und sich zu den Grundstücksforderungen des selbsternannten Grundbesitzers zu äussern. Am 3. April zogen die LagerbewohnerInnen in einem Protestzug vor den Präsidentenpalast, um gegen die drohende rechtswidrige Zwangsräumung zu demonstrieren. Daraufhin hiess es von Seiten des „Grundbesitzers“, dass sie noch bis zum 3. Mai Zeit zur Räumung hätten.

Das „Christopher Camp“ befindet sich auf einem Privatgrundstück im Stadtteil Christ-Roi von Port-au-Prince und beheimatet nach aktuellen Angaben der Internationalen Organisation für Migration 345 Familien, insgesamt 1.689 Menschen. Der Grossteil der BewohnerInnen wohnte bereits vor dem Erdbeben 2010 in diesem Stadtteil und errichtete Unterkünfte auf dem Privatgrundstück, nachdem sie obdachlos geworden waren. Ursprünglich hatte der Grundbesitzer ihnen gesagt, dass sie zwei Monate bleiben können. Den BewohnerInnen wurde jedoch nie eine angemessene Alternativunterkunft angeboten und sie können sonst nirgendwo hin.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Am 12. Januar 2013 jährte sich zum dritten Mal der Tag des verheerenden Erdbebens in Haiti. Drei Jahre später leben laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration immer noch etwa 320.000 obdachlos Gewordene in provisorischen Lagern. Beinahe einem Viertel von ihnen, etwa 75.000 Menschen in 105 Lagern, droht nun die rechtswidrige Zwangsräumung.

Die BewohnerInnen des „Christopher Camp“ leben in einfachen Unterkünften. Sie haben keinen Zugang zu Trinkwasser oder angemessenen sanitären Anlagen. Ihr Recht auf einen angemessenen Wohnraum muss jedoch bei einer Umsiedlung respektiert werden. Sie dürfen ausserdem nicht zur Räumung gezwungen werden.

 

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