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Startseite Urgent Actions 2013 04 Writers at risk of torture
UA 095/13
Bangladesch
Abgeschlossen am 17. April 2013

Journalist und Blogger in Foltergefahr

AI-Index: ASA 13/006/2013

Der Zeitungsherausgeber Mahmudur Rahman wurde am 11. April in Dakha, der Hauptstadt Bangladeschs, festgenommen. Er hatte zuvor Artikel veröffentlicht, in denen er die Regierung und einige BloggerInnen kritisierte. Bereits am 3. April war der Blogger Asif Mohiudeen in Haft genommen worden, weil er vermeintlich blasphemische Kommentare veröffentlicht haben soll. Beide Männer sind in Gefahr, gefoltert zu werden.

Mahmudur Rahman wurde am 11. April in seinem Büro festgenommen, nachdem seine Zeitung Amar Desh Artikel veröffentlich hatte, in denen die Regierung kritisiert wurde, sowie einige BloggerInnen aufgrund vermeintlich blasphemischer Online-Kommentare. Die Zeitung Amar Desh soll Verbindungen zur Oppositionspartei Bangladesh National Party haben. Am 12. April verfügten die Behörden, dass Mahmudur Rahman für die Dauer von 13 Tagen in Polizeigewahrsam bleiben muss. Mahmudur Rahman ist bereits zuvor wegen kritischer Artikel über die gegenwärtige Regierung der Partei Awami League inhaftiert und gefoltert worden.

Die Polizei hatte am 3. April den Blogger Asif Mohiudeen festgenommen, nachdem er vermeintlich blasphemische Kommentare im Internet veröffentlicht haben soll. Asif Mohiudeen war bereits im Januar überfallen, geschlagen und mit Messerstichen verletzt worden. Er hat auch Drohungen erhalten, in denen er aufgefordert wurde, seine Tätigkeit einzustellen.

Sowohl Mahmudur Rahman als auch Asif Mohiudeen sind in Gefahr, gefoltert zu werden.

Hintergrundinformationen

Die Festnahmen von Mahmudur Rahman und Asif Mohiudeen sind die jüngsten Beispiele für das derzeitige harte Vorgehen der Behörden von Bangladesch gegen JournalistInnen und BloggerInnen.
Die politischen Spannungen sind in Bangladesch eskaliert, darunter auch im Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren gegen Personen, denen Kriegsverbrechen während des Unabhängigkeitskriegs 1971 zur Last gelegt werden. Im Stadtteil Shahbag von Dhaka kam es zu Massenprotesten, in denen die Todesstrafe für diejenigen gefordert wurde, denen Völkerrechtsverbrechen zur Last gelegt werden. Amnesty International wendet sich in allen Fällen gegen die Todesstrafe.
Während die Demonstrierenden in Shahbag härtere Strafen für die Angeklagten forderten, wurde auf anderen Protestkundgebungen islamischer Parteien die Freilassung der Angeklagten sowie die Einführung restriktiver islamischer Vorschriften in Bangladesch gefordert.
Es gab Zusammenstösse von Protestierenden der Opposition mit der Polizei und AnhängerInnen der Regierungspartei, bei denen zahlreiche Menschen verletzt wurden, darunter auch Angehörige der Polizei. Einige Menschen starben durch Schläge und andere Angriffe oppositioneller Protestierender. Andere sollen von der Polizei erschossen worden sein.
Am 15. Februar wurde der Blogger Ahmed Rajib Haidar in seiner Wohnung in Dhaka brutal zusammengeschlagen und mit Messerstichen tödlich verletzt. Bislang ist niemand wegen dieser Tat vor Gericht gestellt worden.
Mahmudur Rahman war bereits 2010 inhaftiert und gefoltert worden, nachdem er in Artikeln die Regierung der Partei Awami League kritisiert hatte. Seit Dezember 2012 droht man ihm mit strafrechtlicher Verfolgung, weil er eine Skype-Konversation zwischen dem Vorsitzenden Richter des bangladeschischen Gerichts, International Crimes Tribunal und einem Rechtsexperten veröffentlicht hatte. Nach der Veröffentlichung des Skype-Gesprächs trat der Vorsitzende Richter von seinem Amt zurück.

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