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Startseite Urgent Actions 2013 04 Fears for women accused of «sorcery»
UA 090/13
Papua-Neuguinea
Abgeschlossen am 3. Mai 2013

Frauen der «Hexerei» bezichtigt

AI-Index: ASA 34/001/2013

Eine Frau mit schweren Verletzungen und ihre beiden Töchter werden von einer Gruppe festgehalten, die sie der «Hexerei» bezichtigt. Um ihre Sicherheit muss auch deshalb gefürchtet werden, weil in der Woche zuvor eine Frau, die ebenfalls der «Hexerei» beschuldigt wurde, geköpft worden ist. Die von der Polizei ergriffenen Massnahmen sind unzulänglich.

Eine verletzte Frau und ihre beiden Töchter werden von Mitgliedern ihrer Gemeinde daran gehindert, Lopele im Distrikt Bana in Süd-Bougainville zu verlassen, um medizinische Hilfe zu suchen. Quellen in Papua-Neuguinea zufolge wurde der Frau bei einem Angriff am oder um den 2. April herum eine schwere Schnittwunde am Hals zugefügt. Die Bewohner der Gemeinde haben nun Strassensperren errichtet, um zu verhindern, dass die drei Frauen die nur mit grundlegendem ausgestattete Klinik verlassen, in der sie derzeit festgehalten werden. Grund dafür ist, dass sie die drei Frauen der «Hexerei» bezichtigen. Die einzige Reaktion seitens der Polizei bestand bisher darin, einen einzigen Beamten nach Lopele zu schicken, um über die Freilassung der Frauen zu verhandeln.

Am oder um den 4. April herum wurde die Frauenrechtlerin und Lehrerin Helen Rumbali in ihrer Gemeinde geköpft, nachdem man sie ebenfalls der «Hexerei» beschuldigt hatte. Bei dem Vorfall waren Polizeikräfte zugegen, die jedoch angaben, aufgrund der feindseligen Stimmung der Menge nicht haben eingreifen zu können.

Im März forderte die nationale Kommission für Verfassungs- und Rechtsreform (Constitutional and Law Reform Commission) die Regierung Papua-Neuguineas auf, den Sorcery Act abzuschaffen, ein Gesetz aus dem Jahr 1971, das „bösartige Hexerei“ unter Strafe stellt und verringerte Haftstrafen für diejenigen vorsieht, die eine der Hexerei beschuldigte Person angreifen oder töten.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die beschriebenen Vorfälle folgen einer Reihe von Zwischenfällen, in denen Personen in Papua-Neuguinea der «Hexerei» bezichtigt und deshalb angegriffen wurden. In dem meisten Fällen kamen dabei Frauen zu Tode. Anfang dieses Monats wurde von sechs Frauen und einem Mann berichtet, die mit heissen Eisenstangen misshandelt wurden, weil ihnen die BewohnerInnen ihrer Gemeinde «Hexerei» oder Ähnliches unterstellten. Der Mann konnte entkommen, das Schicksal der Frauen ist jedoch unbekannt.

Im Februar wurde die 20-jährige Kepari Leniata ausgezogen, festgebunden, mit Benzin übergossen und dann bei lebendigem Leib verbrannt. Die Angehörigen eines kleinen Jungen hatten ihr vorgeworfen, ihn mithilfe von Hexerei haben töten zu wollen. Im Zuge dieser Tat wurde Anklage gegen zwei Personen erhoben.

Die UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen gab an, dass in Papua-Neuguinea ganz besonders Frauen, vor allem verwitwete und allein lebende Frauen ohne Familie, von Gewalt in Verbindung mit Anschuldigungen der «Hexerei» betroffen sind.

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