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Startseite Urgent Actions 2013 04 Land activists receive death threats
UA 077/13
Kolumbien
Abgeschlossen am 14. Mai 2013
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Faxprobleme

Hinsichtlich der Schwierigkeiten mit dem Senden von Faxen nach Kolumbien können wir nur empfehlen, es immer und immer wieder zu versuchen, möglichst zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Faxe irgendwann versendet werden können. Oft hilft es, wenn man auf die kolumbianischen Bürozeiten achtet.

Landrechtsaktivistinnen erhalten Morddrohungen

AI-Index: AMR 23/015/2013

Ein Mitglied des Runden Tisches der Betroffenen in El Carmen de Bolívar im Norden Kolumbiens hat sowohl an sich selbst als auch an die anderen AktivistInnen adressierte Morddrohungen erhalten. Die Gruppe setzt sich für die Rückgabe von rechtswidrig vereinnahmtem Land ein.

Am 11. März erhielt die Menschenrechtsverteidigerin und das Mitglied des Runden Tisches der Betroffenen in El Carmen de Bolívar (Mesa de Víctimas del Carmen de Bolívar) Mariluz Vásquez Morddrohungen per Kurzmitteilung. Die Morddrohungen waren sowohl an sie selbst gerichtet als auch an Ingrid Vergara und Iván Cepeda von der Menschenrechtsorganisation MOVICE (Movimiento National de Víctimas de Crímenes de Estado) sowie an weitere Mitglieder des Runden Tisches der Betroffenen von Carmen de Bolívar und an den lokalen Ombudsmann.

Mariluz Vásquez erhielt am 14. März eine weitere Morddrohung per SMS. Darin steht: „Guerillas, ihr habt uns nicht zugehört, ihr werdet den 14. März nicht überleben … Blut in El Carmen“ (Malparidos guerrilleros no han hecho caso pero no pasaran [sic] del catorce de marso [sic] … sangre en El Carmen). Diese Morddrohung nannte, ebenso wie die vom 11. März, die Namen mehrerer Mitglieder des Runden Tisches der Betroffenen in El Carmen del Bolívar.

Am 6. März hatten Mitglieder des Runden Tisches der Betroffenen in El Carmen del Bolívar an einer Veranstaltung in San Isidro Labrador in der Gemeinde El Carmen del Bolívar im Department Bolívar teilgenommen. Die Veranstaltung musste vorzeitig abgebrochen werden, da Mariluz Vásquez Morddrohungen per SMS erhielt, die gegen die Teilnehmenden und zwei anwesende Ombudspersonen gerichtet waren. Im vergangenen Jahr sind viele Menschen, die sich für die Rückgabe von Land einsetzten oder auf ihr Land zurückkehrten bedroht oder ermordet worden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Im Laufe des schon lange währenden bewaffneten Konflikts sind Millionen Hektar Land geraubt worden, häufig unter Einsatz von Gewalt gegen die rechtmässigen EigentümerInnen, insbesondere indigene, afrokolumbianische und Kleinbauerngemeinschaften. Die verschiedenen Konfliktparteien – Paramilitärs und Sicherheitskräfte, die entweder allein oder im Einvernehmen miteinander handeln, sowie Guerrillagruppen – haben mehr als fünf Millionen Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben.
SprecherInnen der vertriebenen Gemeinschaften und Menschen, die sich für die Rückgabe des gestohlenen Landes einsetzen, werden bedroht und getötet, insbesondere seit das Gesetz 1448 (Opfer und Landrückgabegesetz) im Juni 2011 verabschiedet wurde und Anfang 2012 in Kraft trat. Dieses Gesetz erkennt das Bestehen eines bewaffneten Konflikts im Land an und auch das Recht der Opfer. Es stellt vielen Überlebenden von Menschenrechtsverletzungen, auch denen, die von Angehörigen der Behörden begangen wurden, Entschädigungen bereit. Doch viele andere Betroffene des Konflikts werden von Entschädigungsforderungen ausgenommen, obwohl bedeutende Grössen gestohlenen Landes vielleicht nicht an die rechtmässigen EigentümerInnen zurückgegeben werden. Es fehlt auch an Schutzmassnahmen, um zu gewähren, dass Menschen, die ihr Land zurückerhalten haben, nicht gezwungen werden, die Kontrolle über dieses Land erneut denjenigen zu übergeben, die sie zuvor davon vertrieben haben. Im vergangenen Jahr sind viele, die für die Rückgabe von Land eintreten, bedroht oder getötet worden; dies könnte die Umsetzung des Gesetzes beeinträchtigen.
Im Laufe des über vier Jahrzehnte währenden bewaffneten Konflikts in Kolumbien haben Paramilitärs und Angehörige der Sicherheitskräfte Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften immer wieder als GuerrillakollaborateurInnen und -unterstützerInnen bezeichnet und sie bedroht, verschleppt und getötet. Aber auch Guerrillagruppen haben MenschenrechtsverteidigerInnen und GewerkschafterInnen, denen sie unterstellen, mit der Gegenseite zu paktieren, bedroht und getötet.
Der Runde Tisch der Betroffenen in El Carmen de Bolívar wurde am 17. Februar 2012 als Raum für die Betroffenen gegründet, die ihre Rechte gemäss dem Gesetz 1448 einfordern. Seit Gründung des Runden Tisches sind bereits mehrere Mitglieder bedroht worden. MOVICE ist ein Zusammenschluss von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen und setzt sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbiens lang anhaltenden bewaffneten internen Konflikt ein. Die Mitglieder von MOVICE haben im Departamento Sucre bereits viele Fälle von Tötungen und Verschwindenlassen dokumentiert und aufgedeckt, die auf das Konto von Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen gingen.

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