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Startseite Urgent Actions 2013 02 Activist receives death threat
UA 030/13
Honduras
Abgeschlossen am 21. März 2013

Aktivist in Gefahr

AI-Index: AMR 37/001/2013

Am 22. Januar erhielt der Honduraner Patricio Vindel Morddrohungen. Er setzt sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) ein. Sein Leben ist in Gefahr.

Patricio Vindel ist Vorsitzender der Gruppe Organización Pro-Unión Ceibeña (OPROUCE), die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) im Norden Honduras einsetzt. Die Gruppe befasst sich mit HIV-Prävention und sensibilisiert die Öffentlichkeit für die Menschenrechte der örtlichen LGBT-Gemeinschaft.

Am 22. Januar befand sich die Belegschaft aufgrund eines Workshops nicht im Büro. Unbekannte drangen in dieser Zeit in den Hof vor dem Gebäude ein und sprühten mit Farbe eine Nachricht an die Wand: „Patricio, du wirst sterben“ („Patricio vas a morir“).

Patricio Vindel meldete den Vorfall unmittelbar dem Menschenrechtsombudsmann (Comisionado Nacional de Derechos Humanos – CONADEH) und der Polizei. Die Polizei kam am Nachmittag desselben Tages in das OPROUCE-Büro und sicherte Beweise. Am 21. Januar war ein verdächtiges Fahrzeug ohne Nummernschild gesehen worden, das am Nachmittag mehrere Male an dem Büro vorbeigefahren war.

Vor diesem Vorfall hatte Patricio Vindel zwischen August und Oktober 2012 mehrere Drohungen per SMS erhalten. Der Absender der Nachrichten machte darin abfällige Bemerkungen über Patricio Vindels sexuelle Orientierung und erklärte, es wäre bekannt, wo er lebe, und man würde jemanden schicken, um ihn zu töten.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Amnesty International verfasste im Mai 2012 einen Offenen Brief an die honduranische Regierung und äusserte sich besorgt über den enormen Anstieg an Angriffen und Drohungen gegen JournalistInnen und MenschenrechtlerInnen in Honduras. Die Organisation forderte die Behörden auf, umgehend Massnahmen einzuleiten, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Bislang haben die Behörden aber auf das Schreiben nicht reagiert.

Nach einem Besuch in Honduras erklärte die UN-Sonderberichterstatterin über die Lage von MenschenrechtsverteidigerInnen im Februar 2012, dass MenschenrechtlerInnen dort noch immer zum Opfer von Morddrohungen, Angriffen, Drangsalierung und Stigmatisierung werden. Sie forderte die Behörden des Landes auf, schnellstmöglich ein Schutzprogramm für MenschenrechtsverteidigerInnen einzuführen. Einige Menschenrechtsgruppen, darunter auch LGBT-AktivisitInnen, sind in Honduras besonders gefährdet.

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sind auf dem amerikanischen Kontinent aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Geschlechtsidentität immer wieder Diskriminierungen und Gewalt ausgesetzt. Amnesty International hat im Dezember 2012 dazu einen Bericht veröffentlicht: “Transforming Pain into Hope – Human Rights Defenders in the Americas”. http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR01/006/2012/en

Im Januar und Juni 2011 wurde der LGBT-Aktivist Alexander David Sánchez Álvarez insgesamt dreimal bedroht und tätlich angegriffen. Alexander David Sánchez Álvarez setzt sich aktiv für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern ein. Er arbeitet unter anderem ehrenamtlich für einige LGBT- und Menschenrechtsorganisationen.

Amnesty International dokumentierte den Fall von Walter Trochez, der im Dezember 2009 in Tegucigalpa getötet wurde. Er hatte sich für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern eingesetzt. Neun Tage vor dem Mord war er geflohen, nachdem maskierte Männer ihn entführt hatten. Sie hatten ihn über Personen befragt, die dem Putsch ablehnend gegenüberstanden. Seinen Angaben zufolge sagten sie ihm, dass sie den Befehl hätten, ihn zu töten. Die Untersuchungen in diesem Fall haben zu keinen Anklagen oder Schuldsprüchen geführt.

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