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FI 296/12-2
Kolumbien
Abgeschlossen am 26. Februar 2019

Trotz Schutzmassnahmen Schüsse auf Aktivistin

AI-Index: AMR 23/9694/2019

Am 11. Januar schossen zwei Unbekannte in der Gemeinde Pradera im Süden von Kolumbien auf das Fahrzeug von Alfamir Castillo. Sie war in Begleitung ihres Mannes und zweier LeibwächterInnen der Behörde für Schutzmassnahmen. Glücklicherweise blieben Alfamir Castillo und die übrigen InsassInnen unverletzt. Alfamir Castillo wird seit Jahren immer wieder bedroht und angegriffen, weil sie Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes fordert. Er wurde von Angehörigen der kolumbianischen Armee aussergerichtlich hingerichtet.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Alfamir Castillos Sohn Darbey Mosquera Castillo wurde am 8. Februar 2008 von Angehörigen des 57. Bataillons zur Guerillabekämpfung Martíres de Puerres der VIII. Brigade der kolumbianischen Streitkräfte ermordet. Diese aussergerichtliche Hinrichtung war Teil des sogenannten «Falsos Positivos»-Skandals, bei dem Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte rechtswidrig Zivilpersonen töteten, um sie als «im Kampf getötete GuerillakämpferInnen» auszugeben und Belohnungen und Vergünstigungen dafür zu erhalten. Sieben Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte sind inzwischen wegen aussergerichtlicher Hinrichtungen zu mehr als 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Alfamir Castillo und weitere Familienangehörige sowie ZeugInnen der aussergerichtlichen Hinrichtungen und die Rechtsbeistände werden immer wieder drangsaliert, eingeschüchtert und bedroht.
Im Laufe des mehr als vier Jahrzehnte währenden bewaffneten Konflikts in Kolumbien verübten Angehörige der Streitkräfte systematisch zahlreiche aussergerichtliche Hinrichtungen. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte war Teil ihrer Strategie zur Bekämpfung von Aufständen. Die Generalstaatsanwaltschaft Kolumbiens untersucht mehr als 2.000 Fälle aussergerichtlicher Hinrichtungen, für welche die Sicherheitskräfte verantwortlich sein sollen.
Im Oktober 2012 gewährte die Interamerikanische Menschenrechtskommission Alfamir Castillo Schutzmassnahmen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Zurzeit, ebenso wie nach den Morddrohungen im Oktober 2018, erhält Alfamir Castillo Schutzmassnahmen des Nationalen Schutzes in Form von LeibwächterInnen und einem Wagen.

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