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Startseite Urgent Actions 2011 05 Radio station director attacked
UA 129/11
Honduras
Abgeschlossen am 17. Juni 2011

Direktor eines Radiosenders angegriffen

AI-Index: AMR 37/004/2011

Der Leiter eines Radiosenders wurde vor seinem Haus in San Pedro Sula im Nordwesten von Honduras von acht bis zehn bewaffneten und mit Sturmhauben maskierten Männern angegriffen. Amnesty International geht davon aus, dass er zur Zielscheibe wurde, weil er die honduranischen Streitkräfte öffentlich kritisiert hatte. Er könnte in Lebensgefahr sein.

Am 27. April kam Arnulfo Aguilar, der Leiter des Radiosenders Radio Uno, nach der Ausstrahlung einer Radioshow um 23:35 Uhr nach Hause. Er sah, wie sich acht bis zehn Unbekannte, von denen einige maskiert und bewaffnet waren, Handzeichen gaben. Als er das Tor zu dem Anwesen öffnen wollte, auf dem sich sein Haus befindet, rannten die Männer auf ihn zu. Als sie näher kamen, hörte Arnulfo Aguilar einen Mann zu einem anderen sagen: „Da ist der Hurensohn.“

Die Angreifer versuchten, Arnulfo Aguilar den Weg zum Haus zu versperren, doch es gelang ihm, die Haustür zu erreichen und sich im Haus einzuschliessen. Die Angreifer umstellten das Haus und warteten auf ihn. Arnulfo Aguilar rief umgehend die Polizei und bat um Hilfe, doch erst über eine Stunde später kam ein Streifenwagen zum Haus. Zu dem Zeitpunkt hatten die Unbekannten das Gelände bereits verlassen. Arnulfo Aguilar rief auch die bekannte honduranische Menschenrechtsorganisation „Ausschuss der Angehörigen von Vermissten in Honduras“ (Comité de Familiares de Detenidos Desaparecidos en Honduras) an. MitarbeiterInnen der Organisation versuchten daraufhin, Kontakt zu hochrangigen PolizeibeamtInnen aufzunehmen, darunter auch zum Minister für Sicherheit, Oscar Alvarez, erhielten jedoch keine Antwort.

Arnulfo Aguilar hatte an dem Abend des Angriffs eine Radiosendung ausgestrahlt. Darin wurde ein Wikileaks-Dokument erwähnt, in dem von der mutmasslichen Verwicklung der honduranischen Streitkräfte in den illegalen Waffenhandel die Rede war.

In den Tagen nach dem Angriff fielen Berichten zufolge Schüsse in der Nachbarschaft von Arnulfo Aguilars Haus. Er selbst ist nicht nach Hause zurückgekehrt, da das Haus keine Sicherheitsvorkehrungen aufweist, durch die sein Schutz gewährleistet wäre.

Hintergrundinformationen

Nach dem Putsch vom 28. Juni 2009 schlossen und besetzten Angehörige des Militärs die Büros mehrerer Medienunternehmen und gingen mit Gewalt vor allem gegen JournalistInnen vor, die Recherchen über die organisierte Kriminalität anstellten. MenschenrechtsverteidigerInnen und KritikerInnen des Putsches wurden bedroht und eingeschüchtert. Im Jahr 2010 wurden in Honduras zehn Journalisten getötet. Eines der Opfer war Nahúm Palacios, obwohl die Interamerikanische Menschenrechtskommission Honduras aufgefordert hatte, vorbeugende Massnahmen zum Schutz des Journalisten zu ergreifen.
Seit dem Putsch haben MitarbeiterInnen von Radio Uno den Behörden bereits mehrere Drohungen und Angriffe gemeldet. Der Sender informiert über Menschenrechtsverletzungen und die Rolle der honduranischen Streitkräfte. Trotz der Sorge um die Sicherheit der MitarbeiterInnen von Radio Uno haben sich die Behörden bislang nicht an Arnulfo Aguilar gewandt.
Die Interamerikanische Menschenrechtskommission hat bereits im Oktober 2009 ihrer Sorge um die Sicherheit der Belegschaft von Radio Uno Ausdruck verliehen und die Behörden um Informationen zu der Situation gebeten.
Für nähere Informationen zu Honduras siehe auf Englisch:
Honduras: Submission to the UN Universal Periodic Review: Ninth session of the UPR working group of the Human Rights Council, November-Dezember 2010: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/005/2010/en
Honduras: Recommendations to the new Honduran government following the coup of June 2009: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/003/2010/en
Honduras: Human rights crisis threatens as repression increases: http://www.amnesty.org/en/library/info/AMR37/004/2009/en



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