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Startseite Urgent Actions 2011 03 Man at risk of torture after brothers dies
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Iraq
Abgeschlossen am 24. März 2011

Mann droht Folter nach dem Tod seines Bruders

AI-Index: MDE 14/021/2011

Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri wurde am 7. März zusammen mit seinem Bruder von US-amerikanischen und irakischen Streitkräften festgenommen. Nachdem sein Bruder Berichten zufolge in der Haft starb, befindet sich Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri in akuter Gefahr, gefoltert zu werden.

Der Schullehrer Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri war in den Morgenstunden des 7. März zusammen mit seinem Bruder Ayad Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri in der 140 km nordwestlich von Bagdad gelegenen Stadt Tikrit inhaftiert worden. Ein gemeinsamer Einsatzverband aus US-amerikanischen und irakischen Streitkräften drang in das Haus der Geschwister ein und nahm die beiden Männer fest. Am 8. März erhielten Familienangehörige einen Anruf aus dem Leichenschauhaus in Tikrit, in dem man sie dazu aufforderte, die Leiche von Ayad Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri abzuholen. Als die Familienmitglieder bei dem Leichenschauhaus eintrafen, erfuhren sie, dass die Leiche von US-amerikanischen Streitkräften dorthin gebracht worden war. Angaben der Familie zufolge wies der Körper von Ayad Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri mehrere Schusswunden auf, unter anderen im Bereich des Brustkorbs und des Kopfes.

Die örtlichen Behörden informierten die Familienangehörigen darüber, dass sich Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri zunächst im Gewahrsam US-amerikanischer Streitkräfte befunden hatte, etwa am 10. März aber in die der irakischen Regierung unterstellten Antiterrorabteilung in Bagdad verlegt worden sei. Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouri wurde bislang weder der Zugang zu einem Rechtsbeistand oder seinen Familienangehörigen gestattet, noch wurden etwaige gegen ihn bestehende Anklagen bekannt gegeben.

Amnesty International hat am 10. März in einer Nachricht an die im Irak stationierten US-amerikanischen Streitkräfte Aufklärung hinsichtlich des Aufenthaltsortes, der Gründe und der rechtlichen Grundlage von Khalil Ibrahim Muhammad ’Azzawi al-Jibbouris Inhaftierung gefordert und darauf gedrängt, den Gefangenen vor Folter und weiteren Misshandlungen zu schützen. Bislang ist allerdings keine Reaktion von Seiten der Behörden erfolgt.

Hintergrundinformationen

Folter und andere Misshandlungen waren vor der US-geführten Invasion im Irak im Jahr 2003 weit verbreitete Praktiken und werden seither in Gefängnissen und anderen Hafteinrichtungen, die den Streitkräften der Koalition und den neuen irakischen Regierungen unterstehen, weitergeführt. Nachdem US-amerikanische Streitkräfte von Beginn des Jahres 2009 bis Juli 2010 tausende Gefangene in irakischen Gewahrsam überstellten, ohne Zusicherungen für den Schutz der Gefangenen zu fordern, kann davon ausgegangen werden, dass Folter und Misshandlungen im Irak weit verbreitet bleiben. Um diesen routinemässigen Missbrauchspraktiken Einhalt zu gebieten und den Opfern sowie ihren Familien Hilfe zukommen lassen zu können, muss schnell gehandelt werden.

Nähere Erläuterungen der routinemässigen Folterpraktiken im Irak finden Sie in den englischen Artikeln:
Broken bodies, tortured minds: Abuse and neglect of detainees in Iraq unter http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE14/001/2011/en; und New order, same abuses: Unlawful detentions and torture in Iraq unter http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE14/006/2010/en.

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