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Startseite Urgent Actions 2011 03 Eight activists detained Human rights defender tortured in detention
FI 079/11-4
Bahrain
Abgeschlossen am 17. Juni 2011

Menschenrechtsverteidiger und Aktivisten gefoltert

AI-Index: MDE 11/024/2011

'Abdulhadi Alkhawaja, ein bekannter Menschenrechtsverteidiger, wurde Berichten zufolge in der Haft gefoltert und musste aufgrund der erlittenen Verletzungen operiert werden. Er wird derzeit an einem unbekannten Ort in Bahrain festgehalten. Zwei am 1. Mai festgenommene Parlamentsmitglieder sowie ein weiterer politischer Aktivist sind möglicherweise ebenfalls dem Risiko von Folter oder anderen Misshandlungen ausgesetzt.

‘Abdulhadi Alkhawaja, ein bekannter Menschenrechtsverteidiger, wurde am 9. April festgenommen. Er ist ehemaliger Vorsitzender für den Bereich Nahost und Nordafrika der international agierenden Nichtregierungsorganisation Front Line, die mit MenschenrechtsverteidigerInnen zusammenarbeitet. Seine Festnahme erfolgte im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Regierung im Februar und März 2011. Zum Zeitpunkt der Festnahme hielt er sich im Haus seiner Tochter auf. Seiner Familie zufolge wurde er bei der Festnahme geschlagen, barfuss abgeführt und durfte auch seine Medikamente nicht mitnehmen. Familienbesuche sind nicht gestattet, doch habe seine Familie am 20. April mit ihm telefoniert.

Amnesty International liegen Berichte vor, nach denen ‘Abdulhadi Alkhawaja bei seiner Einlieferung in das Militärkrankenhaus in al-Riffa’, im Zentrum Bahrains, gegen Ende April Kiefer- und Schädelverletzungen sowie blaue Flecken an den Armen aufwies, die vermutlich durch Folter verursacht wurden. Er soll sechs Tage im Krankenhaus geblieben und mehrmals an Kopf und Gesicht operiert worden sein. Anschliessend wurde er eilig in das Gefängnis zurückgebracht, wo er erneut gefoltert worden sein soll.

Im April und Mai kam es zu weiteren Inhaftierungen Oppositioneller. Zu ihnen gehören auch Matar Ibrahim Matar und Jawad Fairouz, die am 1. Mai festgenommen wurden. Bei beiden Männern handelt es sich um Parlamentsmitglieder der grössten schiitischen Partei in Bahrain, al-Wefaq, die aus Protest gegen das scharfe Vorgehen der Regierung gegen die Proteste zusammen mit den meisten anderen Mitgliedern von al-Wefaq zurückgetreten waren. Am 4. Mai wurde auch der Generalsekretär der Islamic Action Society, Sheikh Mohamed Ali al-Mahfoodh, festgenommen. Der gegenwärtige Aufenthaltsort der drei Männer ist unbekannt, und Amnesty International befürchtet, dass sie in Gefahr sind, gefoltert oder auf andere Weise misshandelt zu werden.

Hintergrundinformationen

Am 4. Mai stimmte das bahrainische Parlament vor dem Hintergrund fortlaufender Festnahmen von DissidentInnen für die Verlängerung des repressiven Ausnahmezustands. Etwa 47 MedizinerInnen und KrankenpflegerInnen, die zum Teil bereits wochenlang festgehalten wurden, müssen sich vor dem Militärgericht verantworten, nachdem sie am 3. Mai wegen der medizinischen Behandlung von Protestierenden angeklagt worden waren. Am 5. Mai wurden einige MedizinerInnen freigelassen; andere jedoch blieben in Haft. Bei der überwältigenden Mehrheit der seit März 2011 Inhaftierten handelt es sich um schiitische Muslime, die aktiv an den Protesten beteiligt waren. Ihr Aufenthaltsort bleibt weitgehend unbekannt. Berichten zufolge wurden einige der Inhaftierten gefoltert oder anderweitig misshandelt. Mindestens vier Personen kamen unter verdächtigen Umständen ums Leben. Die Entlassung öffentlicher Bediensteter, die an den Protesten beteiligt waren, dauert unvermindert an. Des Weiteren gab es Meldungen, dass mehrere schiitische Moscheen von den Sicherheitskräften zerstört wurden, und zwar mit der Begründung, dass keine Baugenehmigung für sie vorläge. Dies gibt weiteren Anlass zur Sorge, dass die gesamte schiitische Mehrheit von Bahrain für die Proteste im Februar und März bestraft werden soll. Bei den Protesten waren Reformen und teilweise auch ein Regimewechsel gefordert worden.

 



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