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Startseite Urgent Actions 2011 01 Honduran human rights defender at risk Protect LGBT activist under threat
FI 012/11-1
Honduras
Abgeschlossen am 26. Juli 2011

LGBT-Aktivist bereits mehrfach bedroht

AI-Index: AMR 37/005/2011

Alexander (Alex) David Sánchez Álvarez ist Menschenrechtsverteidiger und Aktivist für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT). Am 8. Juni wurde er zum dritten Mal in diesem Jahr mit einer Waffe bedroht. Amnesty International fürchtet um sein Leben.

Am Morgen des 8. Juni war Alexander David Sánchez Álvarez um etwa 8:10 Uhr auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz, dem Zentrum für Prävention, Behandlung und Rehabilitation für Folteropfer und deren Familien (Centro de Prevención, Tratamiento y Rehabilitación de las Víctimas de la Tortura y sus Familiares – CPTRT), wo er als Krankenpfleger tätig ist. Alexander David Sánchez Álvarez stieg drei Häuserblocks von seiner Arbeitsstelle entfernt aus einem Taxi und ging an einem haltenden beigefarbenen Fahrzeug mit getönten Fensterscheiben vorbei. In dem Wagen befanden sich drei Männer, die die Uniform der Polizeisondereinheit „Cobra“ trugen. Einer der Männer kurbelte das vordere Autofenster herunter, richtete eine Waffe auf Alexander David Sánchez Álvarez und sagte „Das ist der kleine Schwule...Ja, du bist es“ (Ese es el mariconcito … si sos vos). Alexander David Sánchez Álvarez drehte sich herum und rannte davon. Er versteckte sich in einem nahegelegenen Gebäude, von wo aus er sich das Nummernschild des Wagens notierte. Er meldete den Vorfall der Staatsanwaltschaft.

Alexander David Sánchez Álvarez setzt sich aktiv für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern ein. Er arbeitet unter anderem ehrenamtlich für einige LGBT- und Menschenrechtsorganisationen. Er wurde nun bereits zum dritten Mal in diesem Jahr mit einer Waffe bedroht.

Hintergrundinformationen

Im Januar 2011 wurde Alexander David Sánchez Álvarez innerhalb von fünf Tagen zwei Mal von bewaffneten Männern bedroht und tätlich angegriffen. Die Übergriffe fanden in der Nähe der Büros zweier Menschenrechtsorganisationen statt, für die Alexander David Sánchez Álvarez tätig ist. Es handelt sich hierbei um Colectivo Violeta und das Centro de Prevención, Tratamiento y Rehabilitación de las Víctimas de la Tortura y sus Familiares. Die Verantwortlichen sind bis heute unbekannt.
Amnesty International ist sehr besorgt über das feindliche Klima, in dem AktivistInnen und Angehörige der LGBT-Gemeinschaft in Honduras leben müssen. Angriffe werden selten gründlich untersucht und es gibt keine ausreichenden Schutzmassnahmen für diejenigen, die Verbrechen melden. Amnesty International dokumentierte im Dezember 2009 einen Fall, bei dem Walter Trochez, ein Menschenrechtsverteidiger für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LGBT), in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa ermordet wurde. Dies geschah neun Tage nachdem er vor mehreren maskierten Männern fliehen konnte, die ihn verschleppt hatten. Sie hatten Namen und Adressen von Angehörigen der Bewegung, die sich gegen den Staatsstreich vom Juni 2009 gestellt hatte, von ihm gefordert. Seine Entführer hatten ihm allen Anschein nach erklärt, dass man ihnen den Auftrag gegeben hätte, ihn zu töten. Die Ermittlungen in diesem Fall haben bis heute zu keiner Anklage oder Verurteilung geführt.
Amnesty International geht im Report 2010 über Honduras besonders auf den starken Anstieg der Tötungen an Transgender-Frauen nach dem Staatsstreich vom Juni 2009 ein. Zwischen dem Jahr 2003 und März 2009 haben Menschenrechtsorganisationen 17 Tötungen an Transgender-Frauen registriert. Örtliche Menschenrechtsorganisationen berichteten über zwölf solche Fälle zwischen Ende Juni und Dezember 2009. Zu diesem Zeitpunkt lagen keine Informationen über etwaige eingeleitete Untersuchungen dieser Tötungen vor.
Im April 2010 äusserte Amnesty International gegenüber dem UN-Menschenrechtsrat im Rahmen der universellen regelmässigen Überprüfung (UPR) Besorgnis über die Situation der LGBT-Gemeinschaft in Honduras. (Siehe Submission to the UN Universal Periodic Review – Ninth Session of the UPR Working Group of the Human Rights Council, unter http://www.amnesty.org/en/library/asset/AMR37/005/2010/en/79e58f10-220d-40ff-ab81-464b56aa439b/amr370052010en.pdf)

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