Benutzerspezifische Werkzeuge
Amnesty Urgent Actions
Startseite Urgent Actions 2010 12 Falun Gong practitioner at risk of torture Falun Gong practitioner denied medical care
FI 257/10-1
China
Abgeschlossen am 12. Mai 2011

Medizinische Versorgung verweigert

AI-Index: ASA 17/015/2011

Der Falun-Gong-Anhänger Guo Xiaojun hat sich in der Haft ein schweres Augenleiden zugezogen. Ihm wird jedoch die medizinische Behandlung vorenthalten, sodass sich die Erkrankung weiter verschlimmern könnte.

Am 18. Januar wurde Guo Xiaojun im Gefängniskrankenhaus einer medizinischen Untersuchung unterzogen. Seinen Angaben zufolge stellten die ÄrtztInnen dabei eine schwere Augenerkrankung fest. Infolgedessen wurde Guo Xiaojun daraufhin als „krank“ (oder als Insasse mit einem schwerwiegenden Leiden) eingestuft. Häftlinge mit einem solchen Status sind von Zwangsarbeit und weiteren schweren Tätigkeiten befreit und erhalten bestimmte Privilegien; so wurde Guo Xiaojun beispielsweise das Tragen eines Hutes zum Schutz seines Kopfes und der Augenpartien gestattet. Nach einigen Wochen entzogen die Gefängnisbehörden ihm den Status jedoch und weigerten sich, seine Erkrankung als solche anzuerkennen. Durch den infolge der Zwangsarbeit ausgelösten Stress und die Erschöpfung wird sich das Augenleiden aller Wahrscheinlichkeit nach rapide verschlechtern.

In einem Brief berichtete Guo Xiaojun seiner Ehefrau von den Geschehnissen. Bei einem Besuch in der Haftanstalt am 10. März beschrieb ihr Ehemann, wie sehr sich sein Augenleiden verschlechtert habe. Seinen Angaben zufolge war er drei Wochen vor ihrem Besuch sechs bis sieben Mal zeitweise auf beiden Augen blind , ein Symptom seiner Krankheit. Trotz wiederholter Bitten von Seiten der Ehefrau Guo Xiaojuns haben sich die Gefängnisbehörden bislang geweigert, ihr eine Kopie des medizinischen Gutachtens zukommen zu lassen.

Guo Xiaojun verbüsst zur Zeit eine vierjährige Haftstrafe wegen „Untergrabung des Rechts mit Hilfe einer Organisation falschen Glaubens“. Bereits zuvor war er wegen seines Glaubens zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die spirituelle Bewegung Falun Gong wuchs in den 1990er Jahren in der Volksrepublik China stark an. Nach einer friedlichen Sitzblockade auf dem Tiananmenplatz im Juli 1999 verbot die chinesische Regierung die Gruppe und begann eine bis heute andauernde Einschüchterungs- und Verfolgungskampagne gegen Falun Gong, die von einer Organisation namens „610 Office“ geleitet wird. Zehntausende Falun-Gong-AnhängerInnen sind willkürlich inhaftiert worden, seit die spirituelle Bewegung als „Bedrohung für die gesellschaftliche und politische Stabilität“ verboten wurde. Ihre AnhängerInnen werden zu langen Haftstrafen verurteilt, in psychiatrische Kliniken eingewiesen, in Einrichtungen zur „Umerziehung durch Arbeit“ verbracht oder in Verwaltungshaft genommen, die ohne Anklage, Gerichtsverfahren oder gerichtliche Überprüfung verhängt wird.

Obwohl China das UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 1988 ratifizierte, sind Folterungen und Misshandlungen bei jeder Form der Haft an der Tagesordnung. Quellen aus Falun-Gong-Kreisen berichten von zahlreichen, mutmasslich durch Folter herbeigeführte Todesfälle ihrer AnhängerInnen in Haft.

 

2 Briefe verschickt  
My Urgent Actions
Fürs Mitzählen lassen Ihres Briefes und Update-Funktion zu nutzen müssen Sie sich
einloggen oder
anmelden
Downloads
UA 257/10-1 english
Microsoft Word Document, 56.5 kB
UA 257/10-1 français
Microsoft Word Document, 57.0 kB
UA 257/10-1 deutsch
Microsoft Word Document, 58.0 kB
Aktionsabfolge
Mehr zum Thema

Folter

Warum ist Folter immer falsch und nutzlos? Wie engagiert sich Amnesty für die Wahrung des absoluten Folterverbots? Mehr