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UA 218/10
Tschad
Abgeschlossen am 18. November 2010

Drohende Zwangsräumung

AI-Index: AFR 20/011/2010

Etwa 10.000 Personen sind in Ambatta, einem Stadtteil der Hauptstadt N’Djamena, von rechtswidriger Zwangsräumung bedroht. Die Behörden forderten die BewohnerInnen des Bezirks auf, ihre Häuser bis Mitte Oktober zum Ende der Regenzeit zu verlassen, weil dort moderne Gebäude errichtet werden sollen. Die betroffenen Personen wurden weder zu dieser Entscheidung konsultiert, noch hat man ihnen alternative Unterkünfte angeboten.

Anfang Mai 2010 hatten mehrere Personen, die den BewohnerInnen von Ambatta unbekannt waren, damit begonnen, rote Kreuze an die Wände von Häusern in diesem Bezirk zu malen und die AnwohnerInnen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Im Juni besuchte der Minister für Planung, Stadtentwicklung und Wohnraum Ambatta und kündigte den Neubau von „Sozialwohnungen“ in diesem Stadtteil an. Diese sollen im Rahmen eines Regierungsplans entstehen, der die Errichtung von insgesamt 10.000 „Sozialwohnungen“ in N’Djamena vorsieht. Die Behörden haben den BewohnerInnen von Ambatta keinerlei Entschädigung angeboten. Zuvor hatten sie den AnwohnerInnen erklärt, das Gebiet sei ein geschützter Bereich, in dem der Hausbau verboten sei.

Am 15. Mai kamen die BewohnerInnen zusammen und bildeten ein Komitee, um mit den Behörden zu verhandeln und für ihre Rechte einzutreten. Das Komitee richtete mehrere Briefe an VertreterInnen der tschadischen Regierung, unter anderem an den Staatspräsidenten, den Präsidenten der Nationalversammlung sowie an den Minister für Planung, Stadtentwicklung und Wohnraum; bislang ging jedoch noch keine Antwort ein.

Einige der BewohnerInnen von Ambatta wohnen bereits seit mehr als 20 Jahren in diesem Stadtteil. Die meisten Betroffenen arbeiten in niedrig bezahlten Berufen, z.B. als LehrerInnen oder in der Gemeindearbeit. Ausserdem verfügt der Grossteil von ihnen über keinen alternativen Wohnraum, wenn ihre Häuser abgerissen werden. Zusätzlich zu den Wohnhäusern droht auch fünf Gemeindeschulen in Ambatta der Abriss.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN


Zwangsräumungen werden in N’Djamena seit März 2008 durchgeführt, wobei die Regierung keine rechtlichen oder andere Schutzmassnahmen gewährleistet. Dies wäre jedoch gemäss tschadischen Rechts und internationalen Standards, zu deren Einhaltung sich der Tschad verpflichtet hat, erforderlich. In der Vergangenheit haben die tschadischen Behörden begonnen, Häuser abzureissen, ohne zuvor die betroffenen Gemeinden umfassend konsultiert zu haben, um alle Alternativen zu einer Zwangsräumung auszuloten sowie Umsiedlungsmöglichkeiten und angemessene Ersatzunterkünfte zu finden. Von den tschadischen Behörden wurden bislang keinerlei Entschädigungsleistungen erbracht.

17 Briefe verschickt  
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