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Startseite Urgent Actions 2010 09 Young people named on colombian “Death list”
UA 198/10
Kolumbien
Abgeschlossen am 22. Oktober 2010

Paramilitärs veröffentlichen Todesliste

AI-Index: AMR 23/028/2010

In der südkolumbianischen Stadt Puerto Asís befinden sich 93 junge Menschen in Gefahr. Ihre Namen stehen auf einer von Paramilitärs veröffentlichten Todesliste. Seit dem 15. August sind drei Männer, deren Namen auf der Liste standen, getötet worden.

Am 15. August wurden Diego Ferney Jaramillo Corredor und Silver Robinson Muñoz auf einer Strasse nahe Puerto Asís im Departement Putumayo von einem Motorrad aus erschossen. Für den Tod der jungen Männer werden Paramilitärs verantwortlich gemacht. Zur gleichen Zeit wurde über E-Mail und auf der Social-Network-Seite Facebook eine Liste mit den Namen von 65 jungen Männern in Puerto Asís in Umlauf gebracht. Diese Todesliste, die von Paramilitärs erstellt worden sein soll, enthält eine Warnung an die auf der Liste Genannten, innerhalb von drei Tagen die Stadt zu verlassen. Andernfalls sehe man sich gezwungen, Taten wie in der Nacht des 15. August zu verüben („nos veremos obligados a realizar actos como lo de la noche del domingo 15 de agosto”). Seit dem 20. August kursiert eine weitere Liste mit den Namen von 31 jungen Frauen aus Puerto Asís. Einige der Betroffenen haben berichtet, nach dem Auftauchen der Liste Drohanrufe erhalten zu haben.

Die Namen von Diego Ferney Jaramillo Corredor und Silver Robinson Muñoz, die am 15. August getötet wurden, standen an erster und zweiter Stelle der Todesliste junger Männer. Am 20. August wurde der 19-jährige Norbey Álvarez Vargas im Bezirk Villa Paz von Puerto Asís von einem Motorrad aus erschossen. Sein Name stand auf der Todesliste junger Männer an dritter Stelle. Etwa zur gleichen Zeit wurde ein weiterer Jugendlicher, dessen Name sich ebenfalls auf der Liste befand, angeschossen.

Einige der auf der Liste Genannten werden verdächtigt, in Kleinkriminalität und Prostitution verwickelt zu sein. Anscheinend soll mit den Drohungen und Morden ein Exempel an ihnen statuiert werden. Andere junge Leute, die auf der Liste genannt werden, sind für ihr Engagement in ihren Gemeinde bekannt. Derzeit liegen Amnesty International keine genauen Informationen zu allen auf der Liste Genannten vor. Trotz der massiven Militär- und Polizeipräsenz in Puerto Asís wurden, so weit Amnesty International bekannt, keine wirksamen Massnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Jugendlichen zu gewährleisten oder die Verantwortlichen zu fassen. Viele der jungen Leute und ihre Familien haben nach den Drohungen Puerto Asís verlassen.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In den von Armut geprägten Bezirken kolumbianischer Städte werden Jugendliche, besonders bei Verdacht auf Kleinkriminalität, häufig zum Ziel paramilitärischer Todesschwadrone, die entweder allein oder mit geheimer Duldung der Sicherheitskräfte agieren. Auch Guerillakräfte sind in Gebieten, die ihrer militärischen Kontrolle unterstehen, immer wieder für die Ermordung von Kleinkriminellen verantwortlich.

Den jüngsten Drohungen und Morden an jungen Leuten in Puerto Asís war vor einem Monat die Ermordung zweier PolizistInnen vorausgegangen. Die Sicherheitskräfte machen die Guerilla-Gruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) dafür verantwortlich.

 

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