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Iran

Mohammad Ali Shirzadi freigelassen

Ali Shirzadi © Privat
Ali Shirzadi © Privat

Der Filmemacher Mohammad Ali Shirzadi wurde am 19. Juni gegen Kaution aus dem Evin-Gefängnis in Teheran entlassen.

Sein Verfahren soll in den kommenden Wochen stattfinden.Er steht wegen des Filmens eines Interviews zwischen einem Menschenrechtsaktivist und einem bedeutenden regierungskritischen Geistlichen unter Anklage. Falls er verurteilt wird und eine Gefängnisstrafe verbüssen muss, betrachtet Amnesty International ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen.

Der Filmemacher Mohammad Ali Shirzadi wurde am 4. Januar 2010 von fünf unbekannten Männern festgenommen. Er ist Mitglied der Vereinigung zur Verteidigung der Rechte von Gefangenen, die von dem bekannten Menschenrechtsverteidiger Emadeddin Baghi gegründet wurde. Das Büro der Organisation wurde im September 2009 von den Behörden geschlossen. Seine Familie hatte 40 Tage lange keine Informationen über seinen Verbleib, ehe sie erfuhr, dass er im Evin-Gefängnis festgehalten wurde. Mohammad Ali Shirzadi wurde eingesperrt, weil ein Interview zwischen Emadeddin Baghi und dem kritischen Geistlichen Grossayatollah Montazeri, das er vor etwa zwei Jahren gefilmt hatte, kurz nach dem Tod des Grossayatollah im Dezember 2009 im persischen BBC-Fernsehen ausgestrahlt wurde. Emadeddin Baghi wurde danach ebenfalls festgenommen und am 23. Juni 2010 gegen Kaution freigelassen (siehe UA-005/2010). Der Filmemacher Ja’far Panahi wurde nach über zwei Monaten Haft bereits am 25. Mai 2010 gegen Kaution freigelassen.

Amnesty International fordert die iranischen Behörden auf, alle Anklagen gegen Mohammad Ali Shirzadi und Ja’far Panahi, die sich auf die friedliche Ausübung ihres Rechtes auf freie Meinungsäusserung beziehen, fallen zu lassen.

Die Proteste gegen das umstrittene Ergebnis der Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 wurden gewalttätig niedergeschlagen. Dabei starben zahlreiche Menschen. Tausende wurden festgenommen, viele von ihnen folterte man oder misshandelte sie in anderer Weise in dem Versuch, „Geständnisse“ zu erzwingen. Hunderte wurden in unfairen Gerichtsverfahren verurteilt, darunter auch in Schauprozessen in Massenverfahren. Viele dieser Personen verbüssen nun langjährige Gefängnisstrafen, unter ihnen zahlreiche gewaltlose politische Gefangene. Einige wurden sogar zum Tode verurteilt, und zwei Menschen hat der iranische Staat hingerichtet.

(UA-107/2010 und Further Information)

Für weitere Informationen siehe

24. Juni 2010