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Startseite Urgent Actions 2017 06 University students arrested after protest
UA 145/17
Indien
Aktiv seit 15. Juni 2017 | Noch 1 Tage Laufzeit

Studierende wegen Protestteilnahme inhaftiert

AI-Index: ASA 20/6516/2017

Seit dem 7. Juni befinden sich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh elf Studierende in Haft, drei von ihnen Mitglieder einer politischen studentischen Vereinigung. Die Studierenden hatten an einer Protestveranstaltung gegen die Universität Lucknow und den Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh teilgenommen, bei der sich Personen mit schwarzen Fahnen in den Weg der Wagenkolonne des Ministerpräsidenten gestellt hatten. Ein Gericht in Lucknow lehnte ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab.

Am 7. Juni wurden im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh elf Studierende festgenommen und inhaftiert. Acht von ihnen studieren an der Universität Lucknow, und drei – Mahendra Yadav, Vineet Kumar Kushwah und Ashok Kumar Prabhat – sind Mitglieder der studentischen Vereinigung Chatra Sabha der Samajwadi Party. Die Studierenden hatten an einer Protestveranstaltung teilgenommen, um auf Ausgaben der Universität Lucknow aufmerksam zu machen, die ihrer Ansicht nach verschwenderisch waren. Zudem wollten sie den Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh daran hindern, an einer Veranstaltung der Universität teilzunehmen. Laut Angaben der studentischen Vereinigung Chatra Sabha der Samajwadi Party weigerte sich die Universitätsverwaltung, finanzielle Mittel für akademische Programme bereitzustellen, finanzierte jedoch eine Veranstaltung, die ihrer Ansicht nach die polarisierende Politik der neu gewählten bundesstaatlichen Regierung förderte. Daher versammelten sich vor der Veranstaltung Studierende mit schwarzen Fahnen vor dem Universitätsgebäude und stellten sich in den Weg der Wagenkolonne des Ministerpräsidenten.

Den Studierenden werden unter anderem unerlaubte Versammlung, Randalieren, Tätlichkeiten bzw. kriminelle Gewalt gegen einen Staatsbediensteten sowie kriminelle Einschüchterung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu drei Jahre Haft. Am 10. Juni lehnte ein Gericht in Lucknow ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab und begründete dies mit der Schwere der ihnen vorgeworfenen Taten. Stattdessen wurde angeordnet, die Studierenden bis zum 24. Juni in Untersuchungshaft zu halten.

Satwant Singh, Nitin Raj, Pooja Shukla, Anil Kumar Yadav, Ankit Kumar Singh, Rakesh Kumar, Madhurya Singh und Apoorva Verma wurden von der Universität Lucknow suspendiert.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

In den vergangenen Jahren wurde die freie Meinungsäusserung an indischen Universitäten immer wieder angegriffen. Im Februar 2016 wurden drei Studierende der Jawaharlal-Nehru-Universität in Neu-Delhi unter dem Verdacht der Aufwiegelung festgenommen, weil sie «anti-indische» Parolen skandiert haben sollen. Im März 2016 wurden an der Universität Hyderabad Studierende und Lehrpersonal von der Polizei angegriffen und festgenommen, weil sie gegen die Wiedereinsetzung eines Vizekanzlers protestiert hatten, der ihrer Ansicht nach für den Selbstmord eines jungen Dalit-Studierenden verantwortlich war. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche studentische Veranstaltungen zu Menschenrechtsthemen von verschiedenen Universitäten abgesagt, nachdem es zu Drohungen und Gewalt seitens der studentischen Gruppe Akhil Bharatiya Vidyarthi Parishad gekommen war, einer Gruppierung, die der nationalistischen Hindu-Organisation Rashtriya Swayamsevak Sangh nahesteht.

 

Empfohlene Aktionen

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Lassen Sie bitte alle elf inhaftierten Studierenden umgehend und bedingungslos frei und lassen Sie die Anklagen gegen sie fallen, da sie nur aufgrund der Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert sind.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Studierenden bis zu ihrer Freilassung vor jeglicher Form der Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind.
  • Bitte achten und schützen Sie die Rechte aller Personen in Uttar Pradesh auf freie Meinungsäusserung und friedliche Versammlung.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Hindi, Tamil, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. Juli 2017 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


MINISTERPRÄSIDENT VON UTTAR PRADESH:
Yogi Adityanath,
Chief Minister,
Room No. 306, (Third Floor),
Lal Bahadur Shastri Bhawan, Lucknow,
Uttar Pradesh 226001,
INDIEN
Fax: (00 91) 522 223 9234
E-Mail: cmup@nic.in
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Ministerpräsident)

ZUSTÄNDIGER FÜR MENSCHENRECHTSVERTEIDIGERINNEN IN DER INDISCHEN MENSCHENRECHTSKOMMISSION:
Shri Srinivasa Kammath,
Manav Adhikar Bhawan,
Block-C, GPO Complex, INA,
New Delhi,
INDIEN
Fax: (00 91) 11 246 513 29
E-Mail: dr1.nhrc@nic.in
(Anrede: Dear Sir / Sehr geehrter Herr Kammath)


Kopien an


Ambassade de la République de l'Inde,
Kirchenfeldstrasse 28,
Case postale 406,
3005 Berne.
Fax: 031 351 15 57
E-mail: hoc.berne@mea.gov.in

5 Briefe verschickt  
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