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Startseite Urgent Actions 2017 05 Syrian father of three missing for 1403 days
UA 101/17
Syrien
Abgeschlossen am 16. Juni 2017

Vater dreier Kinder seit 1403 Tagen vermisst

AI-Index: MDE 24/6176/2017

Ali Mohammed Mostafas wird heute 55 Jahre alt. Vor fast vier Jahren liess man den Vater dreier Kinder verschwinden. Seine Familie hat bis heute keine Informationen über sein Schicksal und seinen Aufenthaltsort. Ali Mohammed Mostafa ist seit dem 2. Juli 2013, als syrische Regierungstruppen ihn zuhause in Damaskus abholten, „verschwunden“.

Am 2. Juli 2013 nahmen syrische Regierungstruppen Ali Mohammed Mostafa im Haus seiner Familie in Damaskus fest. Der Geschäftsmann stammt aus Masyaf in der ländlichen Gegend Hama. Als seine Frau an jenem Morgen nach Hause zurückkam, berichteten die NachbarInnen ihr, dass syrische Regierungstruppen das Haus gegen 10 Uhr durchsucht, Möbel zerstört, Kleidung und Papiere zerrissen und Ali Mohammed Mostafa festgenommen hätten. Seither erhält Ali Mohammed Mostafas Familie trotz mehrmaliger Nachfragen keine bestätigten Informationen über sein Schicksal oder seinen nach wie vor unbekannten Aufenthaltsort.

Ali Mohammed Mostafa war zuvor bereits zweimal inhaftiert. 2006 hatten ihn syrische Regierungstruppen festgenommen, nachdem er versucht hatte, einen Konflikt in seinem Heimatort zu schlichten. Als dann 2011 die Proteste in Syrien begannen, beteiligte sich Ali Mohammed Mostafa an den friedlichen Demonstrationen und an einem lokalen Komitee, das gebildet worden war, um Binnenvertriebenen, die vor der Gewalt in Hama geflüchtet waren, mit humanitärer Hilfe zu unterstützen. Aus diesem Grund wurde er im August 2011 sechs Wochen lang inhaftiert.

Ein nahes Familienmitglied berichtete Amnesty International: "Wir wissen nicht, ob er noch am Leben ist. Das belastet uns sehr. Wir wünschen uns nichts anderes, als dass Ali seinen 56. Geburtstag mit uns zusammen feiern kann."

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Zehntausende Menschen sind in Syrien spurlos verschwunden. Sie könnten dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen sein, das heisst eine Person ist von Angehörigen der Regierung oder von Beauftragten der Regierung festgenommen, inhaftiert oder entführt worden. Regierungsangehörige behaupten dann, dass die betreffende Person nicht von ihnen festgehalten wird oder halten ihr Schicksal und ihren Aufenthaltsort geheim und entziehen sie damit dem Schutz des Gesetzes. In Syrien werden Inhaftierte von der Aussenwelt abgeschnitten, in überfüllte, geheime Zellen gesteckt, in denen Folter an der Tagesordnung ist, Krankheiten grassieren und immer wieder Menschen sterben. Ihre Familien sind gezwungen, in Verzweiflung zu leben mit, wenn überhaupt, wenigen sicheren Wegen, ihre geliebten Menschen zu finden. Die Recherchen von Amnesty International zeigen, dass das Verschwindenlassen durch die syrischen Regierungsbehörden seit 2011 Teil eines gross angelegten und systematischen Angriffs auf die Zivilbevölkerung ist und daher einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommt.

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