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Startseite Urgent Actions 2017 04 Environmental defender intimidated
UA 085/17
Guatemala
Abgeschlossen am 18. Mai 2017

Menschenrechtler in Gefahr

AI-Index: AMR 34/6036/2017

Am Abend des 3. April haben Unbekannte vor dem Haus des Menschenrechtlers Rafael Maldonado in Guatemala-Stadt Schüsse auf ein Auto abgegeben. Der Menschenrechtsverteidiger selbst wurde zwar nicht verletzt, aber er geht davon aus, dass er auf diese Weise eingeschüchtert werden sollte. Rafael Maldonado fürchtet um seine Sicherheit.

Am 3. April gegen 21:20 Uhr hielten sich Unbekannte vor dem Haus von Rafael Maldonado in Guatemala-Stadt auf und schossen mehrmals auf ein Auto, das auf der anderen Strassenseite stand. Rafael Maldonado wurde nicht verletzt, aber VertreterInnen der Organisation CALAS, bei der er arbeitet, haben gegenüber Amnesty International angegeben, dass sich der Menschenrechtler durch den Vorfall psychisch belastet fühlt.

Rafael Maldonado ist der für Rechtsfragen zuständige Direktor bei CALAS. Das guatemaltekische Zentrum für Umweltschutz, Soziales und Recht (Centro de Acción Legal, Ambiental y Social de Guatemala – CALAS) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für das Menschenrecht auf eine saubere Umwelt und für die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen einsetzt. Es stellt rechtliche Unterstützung für mehrere Gemeinschaften in Guatemala bereit, die sich im Kontext der Erforschung und Ausbeutung von Rohstoffvorkommen für ihre Menschenrechte einsetzen. Rafael Maldonado erhält seit Jahren aufgrund seiner Arbeit Drohungen. Er unterstützt SprecherInnen von Gemeinden und vertritt Betroffene in Gerichtsverfahren, bei denen es um Umweltschutzfragen geht. Im Zuge dieses jüngsten Einschüchterungsversuchs fürchtet Rafael Maldonado um seine Sicherheit.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Mitglieder des guatemaltekischen Zentrums für Umweltschutz, Soziales und Recht (Centro de Acción Legal, Ambiental y Social de Guatemala – CALAS) berichten seit Jahren über Einschüchterungen und Drangsalierungen sowie gewaltsame Übergriffe (siehe UA-279/2015, https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-279-2015/menschenrechtler-bedroht).

Am 12. November 2016 wurde der Menschenrechtsverteidiger Jeremy Abraham Barrios Lima ermordet. Er war der Assistent der Geschäftsführung bei CALAS (s. UA-259/2016, https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-259-2016/aktivist-erschossen).

Am 29. August 2011 erhielten der Leiter und der Rechtsberater von CALAS – Yuri Melini und damals Rafael Maldonado – Briefumschläge mit denselben Dokumenten: eine Drohung, Unterlagen des guatemaltekischen Rechnungshofs (Controlaria General de Cuentas) und Fahndungsfotos von 18 Männern, die aus Polizeiakten zu stammen schienen (s. UA-261/2011, https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-261-2011/umweltschuetzer-bedroht).

Am 8. September 2008 hatten maskierte Männer auf Yuri Melini geschossen. Allem Anschein nach wurde er im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei CALAS angegriffen (s. UA-248/2008, https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-248-2008/sorge-um-sicherheit). Nach diesem Anschlag erhielten Yuri Melini und CALAS Schutz durch die Behörden.

Laut der zivilgesellschaftlichen Organisation UDEFEGUA werden MenschenrechtsverteidigerInnen im Bereich Umweltschutz in Guatemala am häufigsten angegriffen. Für weitere Informationen siehe den englischsprachigen Bericht „We are defending the land with our blood”: Defenders of the land, territory and environment in Honduras and Guatemala (https://www.amnesty.org/en/documents/amr01/4562/2016/en/).

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