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Startseite Urgent Actions 2017 02 Indigenous community at risk due to threats
UA 044/17
Peru
Abgeschlossen am 28. Februar 2017

Indigene Gemeinschaft nach Morddrohungen in Gefahr

AI-Index: AMR 46/5688/2017

Über 60 schwer bewaffnete Männer sind in das Gebiet der indigenen Gemeinschaft der Asháninka Meantari im Regenwald von Zentralperu eingedrungen und haben 21 Familien mit Morddrohungen zur Flucht gezwungen.

Am Nachmittag des 3. Februar 2017 drangen etwa 60 nicht identifizierte Männer in das Gebiet der indigenen Gemeinschaft der Asháninka Meantari im Bezirk Pangoa in der Provinz Satipo im Regenwald von Zentralperu ein. Sie zwangen die Gemeinschaftsangehörigen durch Morddrohungen das Gebiet zu verlassen. Aufgrund der Schwere der Drohungen flüchteten alle 21 Familien in die benachbarten Gemeinden San Ene und Yaviro, die etwa zwei Stunden Fussmarsch entfernt liegen. Die Familien halten sich weiter dort auf und haben Angst, in ihre Gemeinde zurückzukehren. Weder nationale Stellen noch lokale Behörden haben bislang Massnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass die bewaffneten Männer das Gebiet verlassen.

Am 7. Februar erstatteten die Gemeinschaft und die Indigenenorganisation Central Asháninka del Rio Ene (CARE) Anzeige bei der Sonderstaatsanwaltschaft für Umweltfragen in Chanchamayo, und am 8. Februar informierten sie die Nationale Polizei und die Ombudsperson und erbaten Unterstützung, um die Rückkehr der Vertriebenen und den Schutz ihrer Rechte auf das Gebiet sowie ihre körperliche Unversehrtheit zu garantieren. Da sie bislang keinen Schutz von den Behörden erhalten, bleibt die Gemeinschaft weiter vertrieben und hat Angst davor, was ihr bei ihrer Rückkehr geschehen könnte. Die fehlende Anerkennung als indigene Gemeinschaft und der nichtvorhandene Landtitel tragen zu ihrer unsicheren und angreifbaren Lage bei.

Angehörige der Asháninka-Gemeinschaft identifizierten die Männer als Ortsansässige aus den Bezirken Pichari, Sibia und Yochegua im Flusstal des Apurimac und des Ene-Flusses. Nach Recherchen von Amnesty International kamen die Ortsansässigen in das Asháninka-Gebiet, um eine Ladung dort illegal geschlagenen Holzes abzuholen. Angehörige der Selbstverteidigungsgruppe der indigenen Gemeinschaft der Meantari hatten das Holz im Januar entdeckt und es war ihnen von der Forstbehörde Servicio Nacional Forestal y de Fauna Silvestre (SERFOR) überlassen worden, nachdem diese bei einem Besuch im Gebiet am 25. Januar die 97 Stämme konfisziert hatte.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die indigene Gemeinschaft der Meantari lebt im Regenwald in Zentralperu im Bezirk Pangoa in der Region Junín. Die peruanische Regierung hat aufgrund der immer noch aktiven Überbleibsel bewaffneter Gruppen in der Gegend den Notstand ausgerufen. Die Gegend steht seit dem 6. Oktober 2016 unter der Kontrolle der peruanischen Streitkräfte.

Die Regierung erkennt die Gemeinschaft nicht als indigene Gemeinschaft an und die BewohnerInnen besitzen keinen Landrechtstitel für das Land, auf dem sie leben. Da alle rechtlichen Voraussetzungen jedoch erfüllt sind, läuft zurzeit das Anerkennungsverfahren vor dem Regionalen Büro für Landwirtschaft in Junín.

Dies ist das zweite Mal, dass die Gemeinschaft der Meantari aus ihrem Gebiet vertrieben wird. Während des bewaffneten Konflikts von 1980 bis 2000 litt die Gemeinschaft unter den Folgen terroristischer Gewalt. Die Fälle von Verschwindenlassen und Morde durch bewaffnete Gruppen zwangen die Angehörigen der Gemeinschaft sich in Nachbargemeinden anzusiedeln, insbesondere in der indigenen Gemeinde San Ene. Die Landwirtschaft mussten die Gemeindemitglieder von dort aus betreuen, da es in ihrer Heimatgegend nicht sicher genug war.

In den vergangenen Jahren sind Angehörige der Gemeinschaft auf ihr Land zurückgekehrt und haben die traditionellen Praktiken und Gebräuche wieder aufgenommen, obwohl immer noch Teile der bewaffneten Gruppen in der Gegend im Drogenhandel und der illegalen Holzwirtschaft aktiv sind und dies das Leben der Indigenen in Gefahr bringt.

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