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Startseite Urgent Actions 2017 02 Paramilitary incursion in Humanitarian Zone
UA 043/17
Kolumbien
Aktiv seit 13. Februar 2017 | Noch 4 Tage Laufzeit

Paramilitärs dringen in humanitäre Zone ein

AI-Index: AMR 23/5685/2017

Eine Gruppe von Paramilitärs ist auf der Suche nach mehreren Personen in die humanitäre Zone Nueva Esperanza en Dios in der Cacarica-Flussregion im Nordwesten Kolumbiens eingedrungen. Sie behaupteten, die Gesuchten befänden sich auf einer Todesliste. Der Anstieg paramilitärischer Aktivitäten in der Gegend bringt die BewohnerInnen der humanitären Zone und unterstützende NGOs in Gefahr.

Am Morgen des 12. Februar drangen acht schwarz gekleidete bewaffnete Paramilitärs, einige vermummt, in die afro-kolumbianische humanitäre Zone Nueva Esperanza en Dios in der Gemeinde Riosucio im Departamento Chocó ein. ZeugInnen geben zudem an, dass sich eine unbestimmte Zahl an Paramilitärs in der Nähe der humanitären Zone aufhält. Laut Angaben von Ortsansässigen haben die Paramilitärs, die allem Anschein nach zur paramilitärischen Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia gehören, auf der Suche nach einer Gruppe von Menschen auf einer Todesliste jedes Haus in der Gemeinde durchsucht, auch das der NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz. Die NGO begleitet die Gemeinde. Die Paramilitärs kündigten an, am nächsten Tag zurückzukehren, falls sie die Leute nicht finden könnten. Nach einigen Stunden verliessen sie die humanitäre Zone. Solange sie sich in der Zone aufhielten, kommunizierten sie über Funk.

Gegen 17 Uhr desselben Tages kam eine Truppe von SoldatInnen in die humanitäre Zone. Mitglieder der Gemeinde baten die SoldatInnen, im Grenzgebiet der humanitären Zone zu bleiben. Gerade sind zwar SoldatInnen an der Aussengrenze der humanitären Zone stationiert, doch die Gemeinde sagte, dass diese am 13. Februar abziehen würden. Angehörige der Gemeinde geben an, Armeetruppen seien zum ersten Mal in der Gegend, seit vor fast zwei Wochen die Berichte über eine paramilitärische Präsenz in der Cacarica-Flussregion laut wurden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

1997 vertrieben Paramilitärs im Rahmen der Operación Génesis, einer von der XVII. Brigade koordinierten Militäroperation, mehr als 3.000 Angehörige der afro-kolumbianischen Gemeinschaften aus der Cacarica-Flussregion. Die Mehrheit der vertriebenen Gemeinschaften ist seit den frühen 2000er-Jahren in das Gebiet zurückgekehrt.

Um ihre Sicherheit angesichts andauernder Morddrohungen und Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte und Paramilitärs zu gewährleisten, schufen Gemeinschaftsmitglieder zwei humanitäre Zonen: Nueva Esperanza en Dios und Nueva Vida. Zudem bestanden sie auf ihrem Recht, als Zivilpersonen nicht in den Konflikt hineingezogen zu werden. Seit ihrer Rückkehr sehen sich die afro-kolumbianischen Gemeinschaften anhaltenden Drohungen und anderen Menschenrechtsverletzungen gegenüber.

Seit Beginn des Friedensprozesses mit der bewaffneten Gruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und insbesondere seit September 2015 gibt es zunehmend Berichte über paramilitärische Aktivitäten in der Cacarica-Flussregion. Verstärkte paramilitärische Aktivitäten werden auch aus anderen Teilen des Landes gemeldet, da verschiedene bewaffnete Gruppen versuchen, sich die Kontrolle über einige der bislang von der FARC kontrollierten Gebiete zu sichern. Die FARC wird derzeit demobilisiert, da sie Ende 2016 ein Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen hat.

 

Empfohlene Aktionen

BITTE SCHREIBEN SIE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fürchte um die Sicherheit von BewohnerInnen der humanitären Zone Nueva Esperanza en Dios sowie weiterer afro-kolumbianischer Gemeinschaften in der Cacarica-Flussregion, darunter ihre SprecherInnen, und um die Sicherheit von Angehörigen der NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz, da grosse Gruppen von Paramilitärs in die Gegend vordringen.
  • Bitte ergreifen Sie umgehend und im Einklang mit den Wünschen der Betroffenen Schutzmassnahmen für die Gemeinden und ordnen Sie eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen und Anwesenheit von Paramilitärs in der Gegend an.
  • Ergreifen Sie bitte unverzüglich und im Einklang mit den Verpflichtungen der Regierung und den Empfehlungen der UN sowie anderer zwischenstaatlicher Organisationen Massnahmen zur Auflösung paramilitärischer Gruppierungen und kappen Sie deren Verbindungen zu den Sicherheitskräften.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 27. März 2017 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Bogotá
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 596 0631
(Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos / Dear President Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)

VERTEIDIGUNGSMINISTER
Señor Luis Carlos Villegas
Ministerio de Defensa
Carrera 54, no. 26-29
Bogotá
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 266 1003
(Anrede: Sr. Ministro / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)




Kopien an


NGO
Comisión Intereclesial de Justicia y Paz
Carrera 37A No 25B-42
Bogotá D.C.
KOLUMBIEN
Fax: (00 57) 1 268 7179

Ambassade de la République de Colombie
Zieglerstrasse 29
3007 Berne
Fax: 031 350 14 09
E-mail: esuiza@cancilleria.gov.co

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