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Startseite Urgent Actions 2017 02 Paramilitary incursion in Humanitarian Zone
UA 043/17
Kolumbien
Abgeschlossen am 27. März 2017

Paramilitärs dringen in humanitäre Zone ein

AI-Index: AMR 23/5685/2017

Eine Gruppe von Paramilitärs ist auf der Suche nach mehreren Personen in die humanitäre Zone Nueva Esperanza en Dios in der Cacarica-Flussregion im Nordwesten Kolumbiens eingedrungen. Sie behaupteten, die Gesuchten befänden sich auf einer Todesliste. Der Anstieg paramilitärischer Aktivitäten in der Gegend bringt die BewohnerInnen der humanitären Zone und unterstützende NGOs in Gefahr.

Am Morgen des 12. Februar drangen acht schwarz gekleidete bewaffnete Paramilitärs, einige vermummt, in die afro-kolumbianische humanitäre Zone Nueva Esperanza en Dios in der Gemeinde Riosucio im Departamento Chocó ein. ZeugInnen geben zudem an, dass sich eine unbestimmte Zahl an Paramilitärs in der Nähe der humanitären Zone aufhält. Laut Angaben von Ortsansässigen haben die Paramilitärs, die allem Anschein nach zur paramilitärischen Gruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia gehören, auf der Suche nach einer Gruppe von Menschen auf einer Todesliste jedes Haus in der Gemeinde durchsucht, auch das der NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz. Die NGO begleitet die Gemeinde. Die Paramilitärs kündigten an, am nächsten Tag zurückzukehren, falls sie die Leute nicht finden könnten. Nach einigen Stunden verliessen sie die humanitäre Zone. Solange sie sich in der Zone aufhielten, kommunizierten sie über Funk.

Gegen 17 Uhr desselben Tages kam eine Truppe von SoldatInnen in die humanitäre Zone. Mitglieder der Gemeinde baten die SoldatInnen, im Grenzgebiet der humanitären Zone zu bleiben. Gerade sind zwar SoldatInnen an der Aussengrenze der humanitären Zone stationiert, doch die Gemeinde sagte, dass diese am 13. Februar abziehen würden. Angehörige der Gemeinde geben an, Armeetruppen seien zum ersten Mal in der Gegend, seit vor fast zwei Wochen die Berichte über eine paramilitärische Präsenz in der Cacarica-Flussregion laut wurden.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

1997 vertrieben Paramilitärs im Rahmen der Operación Génesis, einer von der XVII. Brigade koordinierten Militäroperation, mehr als 3.000 Angehörige der afro-kolumbianischen Gemeinschaften aus der Cacarica-Flussregion. Die Mehrheit der vertriebenen Gemeinschaften ist seit den frühen 2000er-Jahren in das Gebiet zurückgekehrt.

Um ihre Sicherheit angesichts andauernder Morddrohungen und Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte und Paramilitärs zu gewährleisten, schufen Gemeinschaftsmitglieder zwei humanitäre Zonen: Nueva Esperanza en Dios und Nueva Vida. Zudem bestanden sie auf ihrem Recht, als Zivilpersonen nicht in den Konflikt hineingezogen zu werden. Seit ihrer Rückkehr sehen sich die afro-kolumbianischen Gemeinschaften anhaltenden Drohungen und anderen Menschenrechtsverletzungen gegenüber.

Seit Beginn des Friedensprozesses mit der bewaffneten Gruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und insbesondere seit September 2015 gibt es zunehmend Berichte über paramilitärische Aktivitäten in der Cacarica-Flussregion. Verstärkte paramilitärische Aktivitäten werden auch aus anderen Teilen des Landes gemeldet, da verschiedene bewaffnete Gruppen versuchen, sich die Kontrolle über einige der bislang von der FARC kontrollierten Gebiete zu sichern. Die FARC wird derzeit demobilisiert, da sie Ende 2016 ein Friedensabkommen mit der Regierung geschlossen hat.

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