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Startseite Urgent Actions 2012 01 Intimidation from military accused of torture
UA 019/12
Mexiko
Aktiv seit 20. Januar 2012 | Noch 8 Tage Laufzeit

Familienangehörige nach Foltervorwürfen bedroht

AI-Index: AMR 41/005/2012

Die Familie dreier Männer, die wegen Folter im Militärgewahrsam Anzeige erstattet hatten, ist von Angehörigen des Militärs in Baja California bedroht und eingeschüchtert worden. Amnesty International fürchtet um ihre Sicherheit.

Am 13. Januar 2012 umstellten Angehörige des Militärs das Haus von Maria Isabel Reyna Martínez González. Sie versuchten, die Tür einzutreten und riefen nach ihr, doch als sie keinen Einlass fanden, gingen sie schliesslich wieder. Maria Isabel Reyna Martínez González ist die Mutter von Ramiro Ramírez Martínez und Rodrigo Ramírez Martínez. Das mexikanische Militär hatte sie und zwei weitere Männer im Juni 2009 aufgrund eines Entführungsverdachts in Playas de Rosarito im Bundesstaat Baja California festgenommen.

Bereits am 12. Januar hatten etwa acht Angehörige des Militärs das Haus von Mayra López Vázquez, der Schwester von Ramiro López Vázquez in Tijuana im Bundesstaat Baja California umstellt. Mayra López Vázquez trat vor die Tür, um herauszufinden, was die Soldaten wollten. Ein Armeeangehöriger teilte ihr daraufhin mit, dass er Fotos von der Familie und ihrem Haus machen wolle, da die Familie Anzeige gegen das Militär erstattet habe, und fragte sie, was die Anzeige solle. Als die Militärangehörigen gewahr wurden, dass Mayra López Vázquez eine Notrufnummer anrief, um Hilfe zu erhalten, verliessen sie den Ort. Am selben Tag statteten Soldaten auch der Partnerin von Ramiro Ramírez Martínez, Tania Iveth Villareal, in Rosarito im Bundesstaat Baja California einen Besuch ab. ZeugInnen gaben an, die Militärangehörigen hätten das Haus fotografiert und Tania Iveth Villareal lauthals aufgefordert herauszukommen.

Mexikanische Menschenrechtsorganisationen, die den Fall verfolgen, gehen davon aus, dass die staatliche Menschenrechtskommission in Kürze eine Empfehlung zu diesem Fall veröffentlichen wird.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Am 16. Juni 2009 nahmen Angehörige der mexikanischen Armee in Playas de Rosarito im Bundesstaat Baja California Ramiro Ramírez Martínez, Rodrigo Ramírez Martínez, Ramiro López Vázquez und Orlando Santaolaya unter dem Verdacht der Entführung fest. Die vier Männer wurden zwei Wochen lang ohne Kontakt zur Aussenwelt auf der Militärbasis in Tijuana festgehalten, ehe AnwältInnen oder Familienangehörige sie besuchen konnten. Sie teilten ihren Angehörigen dann mit, dass sie geschlagen worden seien, man ihnen Plastiktüten über den Kopf gezogen und sie beinahe erstickt habe, sie Scheinhinrichtungen erdulden mussten und sie am Schlafen gehindert wurden. Die Angehörigen erstatteten daraufhin Anzeige bei der Generalstaatsanwaltschaft und der staatlichen Menschenrechtskommission, der Ombudsstelle der mexikanischen Regierung für Menschenrechtsbelange. Die vier Männer befinden sich im Bundesgefängnis in Tepic im Bundesstaat Nayarit nach wie vor in Haft.

 

 

Empfohlene Aktionen

Schreiben Sie bitte E-Mails, Faxe oder Luftpostbriefe mit folgenden Forderungen

  • Ich bin sehr besorgt um die Sicherheit von Maria Isabel Reyna Martínez González, Mayra López Vázquez, Tania Iveth Villareal und fordere Sie auf, in Absprache mit den Betroffenen angemessene Schutzmassnahmen für sie zu ergreifen.
  • Leiten Sie bitte umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Einschüchterungen und Schikanen durch das mexikanische Militär ein, die allem Anschein nach eine Vergeltungsmassnahme für die Erstattung der Anzeige wegen der Folterung von Ramiro Ramírez Martínez, Rodrigo Ramírez Martínez und Ramiro López Vázquez sind.
  • Ebenso möchte ich darauf dringen, die von Ramiro Ramírez Martínez, Rodrigo Ramírez Martínez und Ramiro López Vázquez erhobenen Foltervorwürfe gegen Angehörige des Militärs umgehend unparteiisch und umfassend zu untersuchen.

 

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. März 2012 keine Appelle mehr zu verschicken.

 

Appelle an


INNENMINISTER
Dr. Alejandro Poiré Romero,
Secretaría de Gobernación,
Bucareli 99, 1er. Piso, Col. Juárez,
Delegación Cuauhtémoc,
México D.F., C.P. 06600,
MEXIKO.
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
(korrekte Anrede: Estimado Señor Ministro/ Sehr geehrter Herr Minister / Dear Minister)

GENERALSTAATSANWÄLTIN
Marisela Morales Ibáñez,
Paseo de la Reforma 211 – 213,
Col. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P. 06500,
MEXIKO.
Fax: (00 52) 55 5346 0908
(Wenn abgenommen wird, bitte nach Fax fragen: «Me da tono de fax, por favor.»)
E-Mail: mmoralesi@pgr.gob.mx
(korrekte Anrede: Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin / Estimada Señora Procuradora General / Dear Attorney General)

GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES Baja California,
Mtro.José Guadalupe Osuna Millán,
Edificio del Poder Ejecutivo 3er Piso,
Calzada Independencia 994,
Centro Cívico,
Mexicali, BC, C.P. 21000,
MEXIKO.
Fax: (00 52) 686 558 1090 (Wenn abgenommen wird, bitte nach Fax fragen: «Me da tono de fax, por favor.»)
E-Mail: gobernador@baja.gob.mx
(korrekte Anrede: Estimado Señor Gobernador/ Sehr geehrter Herr Gouverneur / Dear Governor)

Kopien an


Ambassade du Mexique,
Weltpoststrasse 20,
3015 Berne.
Fax: 031 357 47 49
E-mail: embamex1@swissonline.ch

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